314 Der Brief Pauli an die Kolosser. Kap. IV.
dizea und den Nymphas und die »7. Saget dem Archippus:Gemeinde in seinem Hause. sieh auf das Amt, das du ein,16 . Und wenn der Brief bei pfangen hast im Herrn, daß dueuch vorgelesen wird, so sorget, es wohl verwaltest!daß er auch in der Gemeinde 18 . Der Gruß von mir Pau-zu Laodizea vorgelesen werde lus eigenhändig. Gedenket meßund den von Laodizea leset auch ner Bande! Die Gnade sey Mihr. euch! Amen.
15. Vers. Ueber Laodizea s. Kap. 2, 1. Nymphas ist nicht naher be-kannt: in seinem Hause versammelte sich die Gemeinde: wir lesen R ö m. 16,5.I Cor. 16, 19. Philem. 2. von ähnlichen Fällen.
16. Vers. In den Worten: »den Brief aus Laodizea", d. h. herbesgeholt, ist der Begriff des Herholens vorherrschend im Gegensatz zu dem Hin,senden des Briefes an die Kolosser. Nicht die Richtung kann dadurch be-zeichnet seyn, wohin er geschrieben ist (wie Chrysvstvmus wollte), noch derOrt, wo er sich befand, ist bestimmt (wie Oekumenius meinte): sondern derOrt woher er zu nebmen sey, in der sich von selbst verstehenden Voraussetzung,daß er zuerst dahin gerichtet und damals dort befindlich war. Wahrscheinlichbezieht sich Paulus auf den Brief an die Ephesier, welcher nicht blos an dirGemeinde zu Ephesus, sondern auch an die benachbarten Gemeinden, z. B,an die Laodizeer gerichtet war, weshalb er bei Marcion die Ueberschrift andie Laodizeer hat. Vgl. Einleitung § 15. — Einige bei Chrysvstvmus si»ex. »ä Loloss. born. 12. r 249.) , Theodoret, Oecumenius, Baronius, Wilh.Estius, Tillemont, Christoph. Cellarius u. a. meinten: es sey ein Brief derLaodizeer an Paulus gemeint. Nach Theodoret wäre er darum zu Kvlossizu lesen gewesen, weil er Beschwerden über die Kolosser, oder Klagen überähnliche Dinge, die auch bei diesen Statt fanden, enthalten habe. NachEstius hätte er den Kolossern zum Vorbilde des Glaubens und der Liebedienen sollen. Lheophylact und andre wagten die Vermuthung, als HüttePaulus den Brief, den er zu Kolossä gelesen wissen wollte, nach dem Orte,woher er ihn geschrieben, bezeichnet, und verfiel auf den ersten Brief an denTimotheus, der von Laodizea aus geschrieben seyn soll, wogegen aber Kap.2, 1. wornach die Laodizeer ihn nie gesehen haben, entscheidend spricht. Nochandre verstanden den ersten Brief des h. Johannes darunter, andre den anden Philemon. —
Der Brief an die Laodizeer, welcher sich in lateinischer Sprache erhaltenhat (s. I-Kricii co-lex sxoor. 17. 1°. ?. II. x. 853. k. III. 710.) und demApostel Paulus zugeschrieben wird, ist gewiß unecht. Er besteht aus einerschlechten Sammlung einiger Stellen aus den Briefen des Paulus, das christ-liche Alterthum weiß von ihm nichts, und schon Hieronymus Csrsl. -crixi.o. 5. bemerkt, daß ein Brief mit dieser Aufschrist von einem Betrüger ver-fertiget worden sey.
17. Vers. Archippus hatte wahrscheinlich die Sorge für die Gemeindein Abwesenheit des Epaphras.
18. Vers. --eigenhändig« vgl. darüber Röm. 16, 22.