Beilage 4. 9
18. Item vorder wysen sey vor Recht, dat en Myn Gn. Herrdie Gcrcchtigheit gegeven, dwcil düt Dorp fern van den Stetten ge-leghen dat ein ider dey hie wat feles brcngt van allen Saterdagentho Vesper Tyt, bis des Sundages tho Vesper, fry unbelett undunbekümmert, fall verkopen mögen, und wey hyr also wat felesbrcngt, dar sollen dey Bouwmeister und geschworen Fronen ümbgacnund datselvige wegen und bckoren, dat et synes Geldes werth sy.Und so dar en boven eymandts hyr wat felcs brcgte, dat nit syneMate und Gewichte hedde, vf synes Geldes werth were, so fall wenen datselvige thoschlaen und bevellen cn, dat sey dat Gut tho Huißtragen, und wan sey wat wedder brengen, dat sey dan ere Mate undGewicht recht brengen.
M. So viel diesen Punct anlanget hat man sunderlich nit vielzu clagen.
19. Item, wey hyr Wyn offte fremdt Byer inbrenget, tho ver-kopen, dey sall dat vorerst dem Richter proven laten und dey Richterfall em den Wyn off Byer selten wat et werth sy. So aver eymantshyr en boven ungehorsam befunden worde, und des Wyns und ByerSnit proven en fetten leitte, so sall dey Richter dar einen Fronen sen-den, und dem Ungehorsamen von wegen mynes Gn. Herrn verbeidenlaten, dat hey des Wyns off Bycrs ungesat nit tappe, wan hcy dannnoch tappede, sall dey Richter em noch thom andernmahl verbeidenlaten, und wan heyt dan noch nit leite, so sall dey Richter thomdcrden den Fronen senden, und den Wyn off Byer nemmen, und datümme Godes willen geven, und dem Ungehorsamen dan syne DocrJar und Dagh thoschlaen, dat hey nit schlytcn off tappen soldc, ergeschege dan mit Consent und Willen Mynes Gn. Herrn. Wan aberdey Richter nit tho Huiß cn wer, so fallen dey Bouwmeister undFronen, dey Macht hebben, dat sy den Wyn off Byer, bis an denRichter proven und selten sollen, und dey den Wyn off frembt Byerhyr in brengen, sollen by crem Eide seggen wat et ene gekostet hebbe.
NB. Ueber diesen Punct klaget man auch sehr, dat solches nun-mehro gar nichts gehalten werde, sunder dat ein jeder seines eignenGefallens Wyn und Byer selber fette, tappe und verkope. Begehretman demnach dat sulchs wie alhier verordnet ist, wiederumb in Ge-prauch gepracht, und gehalden werden müge.
20. Item, ferner wysen sey noch vor recht, wanner op einenplichtigen Dagh dey Richtklocke geluidct ist, so en sall gcincr den an-dern an dat Gerichte bodden laten, und wanner dat man ein Vcstinghhelt, so sall ein ider Vcstgenotc den Dagh Gebodes fry syn, und vanniemandt den Dagh mit recht beschwert werden.
Nst. So viel diesen Punct anlangt, findet man sich beschwert.
21. Jrem, noch wysen sey vor recht, dey geschworen Fronen,sollen dey Macht hebben, dat sey einen idcrn Vcfigcnoten mögen in