Druckschrift 
Bewegung der Erde und der andern Planeten von ihrem Ursprunge bis zu ihrem Ende : oder Auszug aus den astronomischen Tabellen eines noch nicht herausgegebenen Werkes, wo diese Bewegung aus den Beobachtungen der Astronomen von den ältesten Zeiten bis zu uns nachgewiesen wird
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen
 

ES liegen zwei Scheiben von glei-cher Größe in gleicher Entfernung daund b c von dem Auge d in zwei glei-chen Becken a und c, deren ersteresleer, letzteres aber mit Wasser gefülltist. Das Auge schätzt die Entfer-nung s 20 Zoll.und den Durchmes-ser der Scheibe 1 Zoll; es schätztaber die Entfernung -- 16 Zoll,und den Durchmesser der Scheibe1i Zoll; welche ist nun die wahre Entfernung und derwahre Durchmesser die wir annehmen müssen? Umgekehrtwürde das Auge von c nach der Sonne k> hinschauend, sieferner und kleiner als von a aus abschätzen. Daher muß dieVerminderung der Parallaxen, deren Verzeichniß man hiervorgesehen, so unverhältnißmäßig groß erscheinen, wie ich diesefortwährenden Veränderungen unserer Geflchtslinie in einerbesondern Abhandlung über die Refraktion darthnn werde.

Beim Abweichen der Planeten vom Aequator bilden diePunkte der beiden Sonnenwenden im Centrum der Sonnemit dem Aequator einen Winkel, welcher in dem Verhältnissekleiner ist als diePlaneten weitervonder Sonneentfcrntstnd;wenn sie sich daher allmählig mehr und mehrvon derSonnecnt-fernen, so muß dieser Winkel immer kleiner werden, das heißt:die Neigung der Bahnen muß abnehmen, oder für die Erdedie Schiefe der Ekliptik vermindern.

Die Schiefe der Ekliptik wurde ehemals durch die Bra-mmen auf 25° geschäht; sie war 24° bei den Chinesen, beiden Egyptiern zu Eudoxes Zeiten und bei den Griechen zuden Zeiten Aristarchs und Archimeds. Von Hipparchund Ptolemäos wurde sie zu 23° 51^ festgesetzt, und siehat allmählich bis zu unsren Tagen abgenommen, indem man