welche die Natur dem Menschen in ihrem Innersten zu er-blicken erlaubt, und diese Schrift mit diesem Vorurtheiledurchsehen wollen, so bitte ich den Leser zu bedenke», daß wenndreißig Jahrhunderte Wissenschaften und Philosophie nöthigwaren, bevor -er Mensch aufhörte die Erde unbeweglich imMittelpunkte der Welt zu glauben, es nicht auffallend seynwird daß man drei Jahrhunderte nachher eine Bewegung derErde noch nicht kannte mit welcher das Schicksal des Men-schen-Geschlechts verknüpft ist; und daß wenn Jahrtausendeverflossen sind bevor der Mensch vermuthete daß Amerikaunter seinen Füßen lag und die Erde im Raume rollte, Nie-mand drei Jahrhunderte spater berechtigt ist zu behaupten baßdie Geheimnisse der Natur erschöpft sind, sondern man eherdenken soll, daß die großen Fortschritte der letzten Jahrhun-derte wenigstens eben so wichtige und unerwartete Entdeckun-gen gereift haben als jene waren.
Da die Sterne, seit dem ersten Entstehen der Künsteund Wissenschaften, bei den ältesten Völkern beobachtet wordensind und die Werke berühmter Astronomen seit zwei tausendJahren ihre Abschätzungen der Bewegungen und Entfernun-gen aufbewahren, so müssen sich in diesen Werken, wenn einegroße Naturveränderung Statt hat, viele Spuren davonauffinden. Stellt mau nun alle Angaben von den ältesten'Astronomen bis zu den noch lebenden nach den Data'Sneben einander, so ergiebt sich aus den Beobachtungen derAstronomen aller Jahrhunderte daß die Entfernungen derPlaneten von der Sonne von Jahr zu Jahr zugenommenhaben, und so regelmäßig steigen, daß, je nachdem die Astro-nomen eine kürzere oder längere Zeit auf einander folgen, sieauch die durch ihre Vorgänger angegebenen Entfernungenum eine kleinere oder größere Quantität vermehrt finden.