Druckschrift 
7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
Entstehung
Seite
541
Einzelbild herunterladen
 

541

Wiedertäufer, Herrenhuter, Personen aller Sekten in allerleiVolk: wer Gott fürchte? und recht thut, der ist Gott angenehm.An ihren Früchten sollet ihr sie erkennen. Daran erkenntJedermann, daß sie die Jünger Jesu sind, weil sie die LiebeJesu für alle ihre Miterschaffcnen haben. Sie wissen, daß derGlaube ohne Werke todt sei, gleichwie der Leib ohne Geist todtist. Sie sind von der Kirche, in der sie geboren und erzogensind; aber sie sind auch von dem Christenthum, welchesChristus gelehrt hat.

Aber auch heutiges Tages siehst du die Schwärmereien,Geistesausschweifungen und Verderbtheiten der Christen, wie sieehemals waren, in allen Kirchen und Glaubensparteien. Dufindest noch in christlichen Kirchen das alte Hridenthum mit seinerAbgötterei, mit seinem Aberglauben, wie in den finstersten Zeit-altern, und Priester am Altare, welche sich der Blindheit desVolkes freuen, um herrschen und regieren und Wohlleben zukönnen. Du siehst noch Viele im großen Haufen, welche vonder Majestät Gottes, des Allliebenden, die unwürdigsten Be-griffe nähren; Viele, die sich einbilden, ohne alle Tugend, nurdurch blinden, todten Glauben, nur durch Herplappern vonGebeten, durch Besuch der Kirchen, durch Kreuzmachen, durchMeßopfer, durch Genuß der Sakramente, durch Almosengeben,durch Haß gegen Christen von andern Kirchen, durch Seufzen,Singen, Fasten und Herr! Herr! sagen, durch Fürbitten vonMenschen oder Heiliggepriescnen, durch Tragen geweihterSachen, durch bloßes Bioellesrn und dergleichen das schöneLoos des Geistes nach dem Tode des Leibes erwerben zu können.Du siehst noch Viele, die abcrgläubig vor Bildern und Kreuzenknien, Heilige wie Untergötter anrufen, anbeten, und gleichden Heiden mit ihren Heiligen grollen und zürnen, wenn diesenicht ihre Gebete erhören und ihre Wünsch? erfüllen. Du siehstnoch Viele, die da meinen, wenn sie in den Kirchen den so-genannten Gottesdienst verrichtet haben, oder wenn sie auchzu Hause regelmäßig auswendigzelernte Gebete hersagen oderGebete lesen, sie haben Gott gegeben, was Gott ist, sich dannaber im Handel und Wandel, im Umgang von Menschen wenig