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47.
Das Recht der Unbeglückterr im Staat.
Kok, L, t.
Auch der geringste Diener istBestimmt zum höhern Leben;
ES hat für ihn auch Jesus ChristSich in den Tod gegeben.
Vor Dir, o Gott/ hat einst der KnechtMit seinem Herrn ein gleiches Recht.
O/ präge dieses tief mir ein!
Nie will ich mich erkühnen/
Tirannisch gegen die zu sein/
Die ArmuthSwegcn dienen.
Der ärmste Mensch ist Mensch / wie ich/
Vor Gott vielleicht mehr wert^/ als ich.
^ie ersten ins Auge fallenden Wirkungen der großen Aen-derungen in und außer dem Kreise der alten christlichen Kirchewaren von solcher Art, daß sie allerdings bei vielen Menschendamaliger Zeit Furcht und Schrecken erregen, und Zweifel ver-anlassen mußten, ob das, was von den neuen Lehrern gepredigtward, gottgefällig sein könne. Denn auch abgeschert von allemZank und Streit der mannigfaltigen Parteien und Slkcen untereinander, brachte die Glaubens- und Kirchenveründerung bei-nahe in allen Ländern, wo sie eindrang, die gefährlichsten Er-schütterungen in den alten bürgerlichen Ordnungen und Ein-richtungen der Staaten hervor. Am zerstörcndsten äußerte sichdieser nachtheilige Einfluß besonders in den höchsten Ständendes Volks, unter Königen, Fürsten und Herren, und wieder inden niedrigsten Ständen des Volks unter den Bauern, armenLeuten, leibeigenen Knechten. Jene wollten die Gelegenheit be-nutzen, große Besitzungen, die ihnen nicht gehörten, und größereGewalt an sich zu reißen; diese hingegen wollten der weltlichenObrigkeit eben so wenig mehr Unterthan sein, als der geist-lichen, von deren Gewalt man sie losgebunden hatte. Würdigerbetrug man sich in der sogenannten Mittelklasse des^Volks. Sieblieb in den Schranken der Rechtlichkeit. Aus ihr war aucheigentlich zuerst der gewaltige Antrieb zu einer Grundverbessc-