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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
Entstehung
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Dirs ist fast die Geschichte jeder wichtigen Erfindung, dieerst in spätern Zeiten eine Vollendung empfing, welche man ihrnicht in den ersten Augenblicken geben konnte. Es ist die Ge-schichte beinahe jedes großen Gedankens, weicherm der Mensch-heit neues Leben und Streben zur Veredlung erweckt. Er be-ginnt sein Wirken gewöhnlich sehr unscheinbar, und vollendetsich erst durch Jahrhunderte zur vollen Herrlichkeit. Er bringtanfangs zuweilen sogar Wirkungen hervor, die mit seinemWesen und Zweck im offenbarsten Widerspruch stehen, und läu-tert sich erst im schweren Kampfe, und bringt den ZeitgenossenFluch, den nachfolgenden Geschlechtern Segen.

Diese Betrachtungen aber sollten mit nichte» unsern Muthniederbeugen, mit dem wir etwas, das an sich gut, wahr undrecht ist, anfangen: sondern sie sollen ihn vielmehr erheben undstärken. Denn damit'das Gute, so wir zu stiften gedenken,bleibe und dauerhaft wirke, sollen wir unsere Kräfte gegen allenWiderstand verdoppeln, unser ganzes Lebensalter daran wenden,um es zu befestigen, damit es auch nach unserm Tode uns zumHeil der Welt überlebe. Gleich wie derjenige, welcher einejunge Eiche pflanzt, keine Hoffnung hat, sie nach Jahrhundertenin ihrer ganzen Pracht, Größe und Nützlichkeit zu bewundernund zu gebrauchen: eben so wenig soll derjenige, welcher ein fürdie Menschheit heilsames Werk unternimmt, erwarten, daß erselber schon die Früchte davon genießen werde. Er soll sich müdertröstenden Ueberzeugung begnügen, daß überhaupt das Gute,was er thut, nie vergebens gethan ist. Er soll groß und be-scheiden genug denken, daß er selber nicht seine Sache so vollendetdarstellen könne, wie das Bild davon in ihm lebt, sondern dieSchicksale und Zeiten auch ihr Recht daran ausüben, und dieSache gestalten wollen, wie sie der Menschheit unter den wan-delbaren Umständen derselben am zweckmäßigsten sei. Denn nichts,was von Menschen ausgeht, ist allen Ständen und Jahrhundertengerecht. Alles taugt nur für seine ihm gebührende Zeit. Er sollsich aber auch nicht durch Widerspruch und Entstellung seiner Ab-sichten, selbst nicht durch traurige Wirkungen, welche seine guteSache hervorzubringen scheint, von Ausführung eines gottgefäl-