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Aber diese Lehre war nicht im Sinn der damaligen Priester-schaft. Dieselbe fand darin nur Empörung gegen ihre Recht-same und Einkünfte. Sie wollte sich ihr gewohntes Wohsteben,ihre ungeziemende Macht, mit welcher sie selbst weltlichenObrigkeiten Gesetze gab, nicht rauben lassen. Sie eiferte mitFluch und Kirchenbann gegen die Verwegenen ; man nannte sieAbtrünnige, Feinde der Kirche Gottes, Kinder und Boten derHölle, Irrlichter und Ketzer. Sie ermunterten die Fürsten,dergleichen Personen mit Feuer und Schwert zu vertilgen. Eswurden alle Verdächtigen auf die Scheiterhaufen geführt, aufdie Blutgerüste geschleppt, um mit Schrecken Alle abzuhalten,sich gegen die Hoheit des geistlichen Standes aufzulehnen. Manstiftete endlich, zur Stütze priesterlicher Gewalt, sogar in manchenLändern Glaubens- und Ketzergerichte, Inquisitionen geheißen,wo Priester zu Gerichte saßen, und Jeden, der Muth hatte, sichwider das Verderben der Kirche und ihrer Priester' zu erklären,zum Kerker und Tod verdammten. Diese furchtbaren Gerichtevergossen so viel Blut und mit so schauderhafter Grausamkeit,daß viele Staaten sich weigerten, dergleichen bei sich einzuführen,und daß in denjenigen Ländern, wo sie einmal eingeführtwaren, selbst die Fürsten und deren Familien vor denselbenzittern mußten.
Also geschah nun wieder, was in den ersten Tagen desChristenthums gegen die ersten Bckenner Jesu Christi geschehenwar. Also verfolgten nun Päpste, Bischöfe, Aebte, Mönche,Priester diejenigen, welche den Muth hatten, das Verlorne Lichtdes Glaubens wieder zu suchen, und nicht auf Menschenworreund Menschenmeinungen zu achten, sondern aufzuschauen aufJesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens, und seineLehre zu erforschen und zu erkennen aus der heiligen Schrift.Gleich wie in den ersten Tagen des Christenthums Hohepriester,Pharisäer, Sadducäer und Schriftgelehrte der Juden, oder diePriester in den heidnischen Tempeln, den Krieg predigten gegendie demüthigen und tugendhaften Brkenner des Herrn; gleichwie damals die erhabenen Blutzeugen der göttlichen Wahrheitauch auf Folterbänken, in Kerkernächten, in qualvollen Todes-