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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
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Seite
438
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und kennt, der wird ihn unwiderstehlich lieben müssen. Undihn lieb haben, das ist mehr denn alles Wissen.

Wohin Trägheit des Verstandes, Meiden des eigenen Den-kens, blindes, abergläubiges Glau-ben und Nachbeten führenkönnen: das haben die finstern Jahrhunderte der Vorwrltschrecklich dargethan. Lasset euch nicht irren durch das unverstän-dige und geflissentliche Schreien derer, welche die Thätigkeit inReligionssachen verdammen, und jenen mißverstandenen Spruchübel anwenden, daß man die Vernunft gänzlich unter den Glaubengefangen nehmen müsse. Wahrlich, Gottes Wort hat sich vormenschlicher Einsicht nicht zu scheuen, und das Licht, welchesJesus in die Welt brachte, keineswegs das Licht der Vernunftzu fürchten. Ein heiterer, vorurtheilsfreier Geist ist der würdigsteEmpfänger der göttlichen Offenbarung, so wie ein reines Herzfür die Liebe des Guten und Göttlichen am offensten ist.

Glaube an Jesum. Zweifle nicht! Glaube an Jesum, undder Glaube, nicht der Zweifel, wird dich zur Ueberzeugung undinnern Ruhe führen. Durch den Glauben und die Einsicht deinerAeltern und Lehrer bist du als Kind zur Kenntniß, Einsicht undWahrheit gelangt; durch den Glauben an die Göttlichkeit deinesJesus gelangst du zu der Seligkeit des Gemüthes, die er dirverheißen hat.

Glaube an Jesum, und zweifle nicht. Ein Jeglicher sei inseiner Meinung gewiß! schrieb Paulus an die Römer (14, 6).Und ist dir Manches dunkel in seinem Wort: glaube an Jesum,aber nicht an deine höhere Einsicht; zweifle an deiner eigenen,nicht an des göttlichen Lehrers Wahrheit. Glaube mir, die gött-liche Vorsehung ist oft die vortrefflichste Auslegerin der LehrenChristi! Menschenwitz vermag es selten so.

Forsche, prüfe. Du haft die Wahrheit, wenn sie dich zurTugend belebt; d-u hast den Irrthum, wenn deine Meinung dichnicht innerlich bessert, sondern zum Stolz, zum Haß, zur Streit-sucht entflammt. Du hast Recht, wenn du glauben kannst, daß dieGlückseligkeit der Menschen auf Erden unzweifelhaft vermehrtwerden müsse, sobald alle Sterblichen dächten wie du; du hast Un-recht, wenn deine Meinung nicht zur allgemeinen Wohlfahrt, viel-