Druckschrift 
7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
Entstehung
Seite
418
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In der That wurden durch diesen ächt-christlichen Helven-sinn viele Nationen zu Jesu gewonnen, und diesem Eifer, derauch tausend Jahre nach Christi Geburt, bei aller übrigenVcrderbtheit der Christen, nicht erlosch, danken wir noch heuteBekehrung und Erleuchtung vom größten Theile unsers Welt-theils. Freilich entartete auch nur zu oft dieser heilige Eifer inwirkliche Abscheulichkcit. Wie konnte es aber in so rohen Zeit-altern anders sein? Doch immer geschah es nur, wenn sichKönige und Fürsten in das Bekehrungsrverk mischten. Da sahman bei jedem christlichen Kriegsherr- immer eine Menge vonPriestern, und war ein heidnisches Volk überwunden, mußtees in Seen, Flüsse und Bäche getrieben und getauft werden.Wer fest an seinen Götzen hing, oder zu denselben zurückkehrte,ward niedergehauen. Und vielmals musste den christlichen Fürstendie Ausbreitung der Religion zum Vorwand dienen, ihre blut-dürstige Eroberungs- und Raubsucht bei harmlosen, unschuldigenVölkern zu befriedigen. Sie verfuhren in Verkündigung desEvangeliums eben so unmenschlich, als es die Anhänger desPropheten Mahomed in derselben Zeit thaten.

Die Erscheinung dieses Mahomed im Morgenlande ist sowohlan sich selbst, als für das Schicksal des christlichen Glaubens,sehr merkwürdig. Denn die mahomedanische Religion hat sichin der Welt, neben der christlichen, weit umher verbreitet,und besteht noch gegenwärtig sehr mächtig in drei verschiedenenWelttheilen. Ihr Stifter lebte im sechsten Jahrhundert nachunsers Heilandes Geburt in Arabien, und predigte daselbst seineLehre also zu einer Zeit, als die christliche Kirche schon längstLm ganzen römischen Reich herrschend, die Religion Jesu selbstaber schon sehr entstellt worden war. Mahomed nahm zur Ein-richtung seines Glaubenszcbäudes Vieles von den Christen,von den Juden und von seinen eigenen Meinungen an. Erehrte sowohl Moftn als Christum hoch, und nannte sie gött-liche Propheten, sich selber aber den größten der Propheten undeinen Gesandten Gottes. Er lehrte, wie Moses und Christus,die Einheit des wahren und lebendigen Gottes; er lehrte,daß ein tugendhafter Wandel allein gottgefällig sein könne,