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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
Entstehung
Seite
355
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das Einsiedler? und Klosterleben als unnütz verwarfen, konntensie doch nicht hindern, daß jener Hang nicht auch ohne Ein-siedlcrhütten und Klöster fortbestanden wäre. Daher bildeten sichin den von der katholischen Kirche abgefallenen Kirchen abermalsSekten, die sich durch eingezogenes Leben, mildthätigen Wandel,durch häufiges Beten, durch Fasten, durch Andachtübungen ver-schiedener Gattungen läutern, heiligen, mit Gott und Jesu inengerer Gemeinschaft stehen zu können hofften; wohl gar mitinnern Erleuchtungen, Offenbarungen, irdischen Vertrautheitenmit dem Geisterreich, Prophezeiungen und andern vermeintenwunderhaften Gnadenwirkungen der Gottheit prangten. Ihnenist bald Alles geheimnißreich, bald alles Geheimniß entschleiert.Sie dünken sich erst unwissender, als sie sind, dann aber mchr-wiffender, als der himmlische Vater für gut gefunden hat, dieSterblichen sein zu lassen. Diese Sekte der protestantischen undevangelischen Kirchen sind unter anderer Gestalt wieder, was diefrommen Klosterbewohner der katholischen und griechischen Kirchesind; und diese sind wieder, was die ägyptischen Einsiedler, diejüdischen Essäer waren; was noch heutiges Tages die Fakir» undMönche der Mohamrdaner, die Gilongs der heidnischen Tibetanerund anders nach höherer Gottseligkeit strebende Einsiedler anderermorgenländischer Völker, doch in sehr abweichenden Gestaltenund Weisen, sind. Denn ich möchte nicht sagen, daß der heidnischeEinsiedler mit dem jüdischen zu Jesu Zeiten, oder der türkischeMönch mit dem christlichen für gleich zu achten wäre. Wohl aberist bei Allen die Quelle ihres Hanges zum Geheimnißvollen undAußerordentlichen immer einerlei, nämlich das Uebergewicht,welches Einbildungskraft und Gefühle gegen das richtige Urtheildes Verstandes haben.

Wirkt dieser lebendige Reiz zum Wunderhaften und zumGlauben an eine innere Offenbarung mehr auf das ganze Ge-müth und dessen Willenskraft: so entstehen daraus die Neigungenzur überspannten Weltverachtung. Wirkt sofcher Reiz aber mehrauf den Verstand des Menschen, daß solcher von ihm unterjochtwird, während er forschen und prüfen will : so entsteht darausdie Neigung, Alles in der heiligen Schrift voll geheimnißreichrr