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eure Ruchlosigkeit Heller! Die Wahrheit siegt ob. Sie lahmtdie Heere; sie stürzt die Thronen ihrer Feinde früh oder spät.
Man soll Gott mehr gehorchen, als den Menschen. Wasmenschlich ist, gehört dem bürgerlichen Leben an. Hoch über denbürgerlichen Ordnungen steht das Göttliche, nämlich die Tugendund die Wahrheit; und jene Ordnungen selbst empfangen vondiesem erst Weihe, Würde und Vollkommenheit. Was ist Wahr-heit? Deine Ueberzeugung sagt es. Es ist keine Wahrheit, dienicht von jeder Vernunft anerkannt und Wohlthat für das mensch-liche Geschlecht sein könnte; es ist keine Tugend, welche nicht inder Liebe zur Menschheit ihre Wurzeln hätte. — Und will mandeine Ueberzeugungen mit Gewalt brechen (kein Sterblicher ver-mag solches), und will man dich zur Verachtung der Tugendzwingen: dann gehorche Gott mehr als den Menschen.
Aber die Ueberzeugung kann auch Irrthum sein. So zer-störet den Irrthum nicht mit dem Richtschwcrt, sondern durchdie Wahrheit. Der Irrthum, so lange er zu keinem Verbrechengegen die öffentliche Sicherheit führt, ist unschädlich und außerder weltlichen Gerichtsbarkeit gelegen. Aber die Tugend kannübertriebener Eifer für eine an sich gute Sache sein. Ihr habetdas Recht, Eifer zu bestrafen, der den Gesetzen zuwider ist undden öffentlichen Frieden bricht; aber die gute Sache lasset unan-gefochten, sie ist Gottes Sache. Christus und seine Jüngerhandelten wider kein weltliches Gesetz; vielmehr sie predigtenden Gehorsam, aber verläugneten daneben, die Wahrheit nicht.Sie steht höher, als königliche Thronen stehen. Christus undseine Jünger zerstörten selbst nicht die kirchlichen Einrichtungender Juden; vielmehr sie besuchten den Tempel und beobachtetenalle Gebräuche nach mosaischer Vorschrift; daneben aber lehrtensie die höhere Weisheit des Lebens. Die kam aus Gott. Eswar nicht des Menschen, in göttlichen Dingen zu richten. Darumgehorchten auch Petrus, Johannes und die Apostel Allem, wasdie Obrigkeit in bürgerlichen Verhältnissen befahl; sie gehorchtenselbst, wo es ihr Nachtheil war. Sie widerstanden keineswegs,selbst wenn sie in Kerker geschleppt wurden. Sie gingen selbstwillig; forderten die Tausende ihrer Anhänger zu keinem Beistand,