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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
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und würdig, verlor auch unter allen Niederträchtigkeiten, dieihn umringten, seine erhabene Gelassenheit nicht. Konnte ihndie freche Grobheit eines solchen Elenden entehren? Er wandtesich mit Ruhe gegen ihn, und sprach: Habe ich übel geredet,so beweise eS, daß es böse sei; habe ich aber recht geredet, wasschlägst du mich?

Die gemißhandelte Majestät des Weisen steht nur erhabenerunter den Freveln thierisch roher Bosheit. Hannas, der Hohen-priester, fühlte die Hoheit und Ueberlegenheit Jesu, den er ver-dammen sollte, und bewundern mußte. Er ließ ihn zu Kaja-phas, dem Hohenpriester, führen. Auch dieser konnte keineSchuld auf ihn bringen. Es blieb nichts übrig, als ihn beiden Römern zu verdächtigen. Man schleppte ihn zum Land-pfleger Roms, Pilatus. Man sagte, dieser Jesus nennt sichden Christus oder Messias, das heißt, den Gottessohn, dewKönig Israels. Ist er das, so erklärt er damit Roms Hoheieüber Judäa gebrochen; so will er Vertreibung der Römer; fvwill er Aufruhr und Krieg. Diese boshaft dumme Folgen-macherei ist immer die letzte Zuflucht gemeiner Seelen, wennsie den Schuldlosen 'mit Gewalt schuldig machen wollen, undkeine Ursache finden können. Was sie nicht finden, erfinden sieendlich; und sie glauben Recht zu haben, wenn sie das Zielihres Hasses auf irgend eine Weise erreichen.

Der Landpfleger, ein unbefangener Mann, bemerkte bald,daß Jesus durchaus an keiner aufrührerischen Bewegung Theilgehabt, noch danach verlangte. Jesus erklärte ihm sogar, in-wiefern er sich Messias und König genannt habe.Ich will",sprach er,keine irdische Hoheit. Mein Reich ist nicht vorrdieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, ich hätteDiener, die darob kämpften. Ich bin aber in die Welt ge-kommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahr-heit ist, der versteht mich." Pilatus, welcher die Unschuld desVerklagten keinen Augenblick bezweifelte, wollte es doch auchnicht mit den jüdischen Obrigkeiten verderben. Er hatte dahernicht den Muth, weder Jesum loszusprechen, noch ihn zu ver-urtheilen. Er benutzte den Umstand, daß Jesus von Galiläa war.