13)
Vorstellungsart göttlicher Sachen? Fürwahr, sind unsereTempel Gottes nicht mehr von Käufern und Verkäufern,Geldwechslern und Taubenkrämern zu reinigen: sie sindeö oft von weit unanständiger» und schädlichernDingen. Mein Haus soll ein Bethaus sein, und nicht eineMorde-in des gesunden Menschenverstandes und erhabenerGefühle.
Nachdem Christus den Tempel von seinen Unwürdigkeitenbefreit hatte, that er das Göttliche, ihn gleichsam neu zuweihen. Er heilte die Blinden und Lahmen, welche zu ihmdahin gebracht wurden; er verkündigte die Macht und Heiligkeitund Gnade seines himmlischen Vaters in neuen Wundern.Und staumnd umgab ihn das neugierige Volk, und frohlocktelaut, und auch die Kinder im Tempel jauchzten und schrien:Hosianna, dem Sohn Davids! — „Hörst du auch, was diesesagen?" riefen die Hohenpriester und Schriftgelchrtcn ihm zu.Jesus erwiederte ihnen das Wort des prophetischen Psalms:Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du Lobzugerichtet! — Er lehrte fort, ununterbrochen, und that dieWerke seines Vaters. Aber keiner von den Priestern wagteGewalt wider ihn: denn sie fürchteten sich vor dem Volke,welches in diesem Augenblicke Jesum mit Vorliebe und schwin-delnden Erwartungen umringte.
Christus kannte diese Erwartungen; er wollte sie keineswegserfüllen. Sein Reich war nicht von dieser Welt. Er entferntesich, verließ sogar die geräuschvolle Stadt, und begab sich wiederzu seinen Freunden im stillen Belhanicn, ohnweit Jerusalem.Gern hätten seine Feinde gesehen, daß er die Stimmung desVolkes benutzt und einigen Anlaß zu öffentlichen Unruhengegeben hätte. Dann war die Anklage vor weltlicher undgeistlicher Obrigkeit bereit. Es geschah nicht. Täglich lehrteer im Tempel, und täglich sah sich die Volksmenge in ihrenverbrecherischen Hoffnungen von ihm getäuscht. Da verflogder erste Rausch der Schwärmerei. Mißvergnügt und kaltwandte sich der Pöbel von ihm hinweg. Dieser Augenblickwar es, welchem Pharisäer, Priester und Hohepriester längst