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Blätter aus dem Tagebuch eines Pilgers nach Jerusalem im Jahre 1864
Entstehung
Seite
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unzähligen Minarets, von wo ans die Türken ihre Gcbctstnndcnbei Tag und Nacht ausrufen, die aber im Ganzen, da die

Häuser von grau und weißen Steinen erbaut sind, ein winter-liches Ansehen hat. Es fällt dies um so mehr in's Auge, als

die Vegetation ringsum eine üppige ist. Auch sieht man hier

die Pyramiden, den Nil, mehrere Palmenwäldcr, sowie über dieWüste, soweit das Auge reicht. In der Nähe befinden sich dieGräber der Khalifcn (ägyptische Herrscher), welche eine wahreTodtcnstadt bilden, nebst den von denselben gestifteten Schulen,deren Einnahme die türkische Regierung eingezogen, und alle

diese schönen Gebäude dem Ruin übergeben hat. Die Citadelleliegt auf dem höchsten Punkt des Monata-Gcbirges und gleichteinem Trümmerhaufen mehr, als etwas andcrm. Der Palast Sa-ladin'S ist ebenfalls eine Ruine, dort wird der von Saladin ineinem Felsen 276 Fuß tief eingehaltene Brunnen (Josephs) gezeigt.

In einer andern Schlucht lies; Saladin über hundert Häupt-linge dcS damaligen Reiches hinunterstürzen, die in der Tiefeihren Tod fanden. Auch befindet sich in der Nähe ein Kirchhoffür die Araber. Auf jedem Grabe stehen zwei oben mit einemTurban verzierte Wichcustcinc. Der Eine steht über dem Hauptedes Entschlafenen, der Andere zu seinen Füßen. Kairo nebstAlt-Kairo mit den Vorstädten hat an 500,000 Einwohner, wo-runter 810,000 Katholiken sein sollen. Den Nachmittag nm1 Uhr ritten wir in Begleitung der genannten drei deutschenPatres nach dem zwei Stunden von Kairo befindlichen Marien-banm, unter dem die h. Familie auf der Flucht nach Egyptcnausgeruht hat. Dieser Baum ist ein alter, wilder Feigenbaum,in welchem die Namen unzähliger Pilger cingcschnitten sind undbildet derselbe mit seinem Stamme eine Art Nische. MchemcdAli hat aus Achtung für die Pilger die frühere öde Umgebungin einen hübschen Garten umwandeln lassen und denselben miteiner Mache versehen. Von einem der Wächter erhielt ich eineRose. Nachdem wir einige Zweige von dem Baume abgeschnitten,nm sie als Andenken mitzunehmen, stimmten wir die Lanrcta-