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Blätter aus dem Tagebuch eines Pilgers nach Jerusalem im Jahre 1864
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dem Pater Prior daselbst hatte ich eine sehr erbauliche undlehrreiche Unterredung über das hl. Land. Von da begabenwir uns nach der neuen prachtvollen Pfarrkirche, zu deren Baneine halbe Million Thaler verwendet worden. Das Innere derKirche ist ganz mit FreSko-Gemäldcn auf Goldgrund geschmücktund macht einen erhabenen Eindruck. Wahrend der Besichtigungwurde eine Leiche in die Kirche gebracht, an der Kirchthürc vonetwa 40 Männern mit brennenden Wachskerzen in Empfanggenommen, auf ein Traucrgcrüst gestellt und von einem- Priesternach unserm kath. Ritus eingesegnet. Auf gleiche Weise ent-fernte sich der Trauerzug mit dem Verstorbenen, und dann be-gann der öffentliche Gottesdienst. Als wir die Kirche verlassenwollten, kam ein junger Mann in schwarzem Anzüge mit einemMyrthenkranz am Arm und trug eine Kindesleiche, und so hatteich Gelegenheit, eine der vielen noch folgenden, verschiedenenTrauer-Ceremonien zu beobachten. Von da fuhren wir nach derim Bau begriffenen Votivkirche, welche aus Dankbarkeit, wegender wundervollen Errettung des jetzt regierenden Kaisers ausLebensgefahr, erbaut und in 78 Jahren vollendet sein soll.Dann besuchten wir die Schottcnkirchc, in deren Mittelschiff einKatafalk, mit bischöflichen Jnsignien geschmückt, errichtet war.Es sollte nämlich am folgenden Morgen für den letzten Abtan dieser Kirche ein Todtenamt gehalten werden. Wir besahennoch die Kirche der Franziskaner und mehrere schöne, öffentlicheGebäude. Ermüdet ging ich in ein Caffs, um mich etwas zustärken, und den Abend brachte ich wieder im Kloster der Do-minikaner-Vüter zu.

Den 1. März durch die Güte des Herrn Kriegs-Ministcrshatte die Karawane die Erlaubniß, das Kais. Kgl. Arsenal zubesuchen, wobei sich drei Dominikaner, die dasselbe noch nichtkannten, anschlössen.

In dem sehr großen Gebäude werden alle nur erdenklicheSchuß- und Schwcrtwaffen, von Anfang bis zur Vollendungangefertigt. Die Waffcnsammlung enthält Schieß- und Schwert-