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V.
Über die Macht der Liebe.
Mittwoch. Morgens 8 Uhrden 19. Febr. 1777.
So wie ich vorgestern angefangen hatte, kann und mag ichnicht fortfahren. Ich lege also ein kleineres Fundament für einkleineres Gebäude, für Sie zum — umblasen. Jedoch auseiner geheimen Ahnung zu urtheilen, wird auch dieser Briefnicht so ganz klein ausfallen; seltsam ausfallen wird er gewiß.Ich wage viel damit, wenn ich je viel bei Ihnen gegolten habe,denn ich wage Alles zu verlieren. Sie sollen nicht allein meineGedanken über Verlieben und Macht des Frauenzim-mers hier in einem Auszuge sehen, sondern ich will Ihnenauch einen kurzen Entwurf meiner Methode zu philosophirengeben, um mir bei Ihnen nicht sowohl die Überzeugung wegendes ersteren zu erleichtern, als die Vergebung. Ich werde Allesin den geradesten Ausdrücken sagen, die mir vorkommen, undmuß deßwegen um zwei Dinge bitten: einmal, daß Sie denken,ich schriebe weder an Mann noch Weib, sondern bloß an einevernünftige Seele, und daß, weil diese Vorstellung manchemnicht so geläufig sein möchte, als Ihnen, Sie mir diesen Brief,