oder eine Figur nicht gut treffen können, wenn sie ihm verkehrtvorgelegt würde, und unter der Bedingung, weder das Original,noch seine Copie während der Arbeit, gerade vor sich hinzulegen.Man sieht also, was der Künstler thut, der ein Gesicht copirt:er liest beständig im Ganzen, und mit dem Geiste dieses Gan-zen vor Augen, thut er manchen Strich in der augenblicklichenBegeisterung, wenn ich so reden darf, wovon er nichts weiß,und so wird die Copie ähnlich. Man wird finden, daß diesesLesen im Ganzen, dieses Zusammenfassen bei jedem Unternehmennöthig ist, und dem Mann von Genie von dem gemeinen Kopfeunterscheidet. So sind bei dem Kommando von Armeen, beiAnlegung großer mechanischer Werke, bei großen Finanzopera-tionen oft die tiefsten Theoretiker die elendesten Ausführcr. Siehaben immer das Detail zu sehr vor Augen, und das Un ge-meine, das neu Entdeckte und Schwere, und vergessendarüber das Leichte, Alltägliche, das immer, oder doch in denmeisten Fällen das Hauptsächlichste ist. Hier fällt mir der Ma-thematiker ein, der gegen eine Maschine, die den Weg des Schiffesauf der See zeichnen sollte, nichts einzuwenden hatte, als daßdie Zeichnung wegen der Ausdehnung des Papiers trügen könne.
Sich durch plötzliche Umänderung ohne Erklärung gegen die,die es eigentlich angeht, ein gewisses Air von Wichtigkeit zugeben, ist ein sehr gemeines Verfahren im Ehestände. Jammerund Elend, wo es in Regierungen Statt findet!