Druckschrift 
2 (1844)
Entstehung
Seite
128
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Man muß nie denken, dieser Satz ist mir zu schwer, dergehört für große Gelehrte, ich will mich mit den andern hierbeschäftigen; das ist eine Schwachheit, die leicht in eine völligeUnthätigkeit ausarten kann. Man muß sich für nichts zu geringhallen.

So zu lesen und zu studiren, daß es sich immer ansetzt,kann ich rathen, obgleich die Welt nicht an mir den Nutzendieses Rathes sieht. Ich gebe ihn nicht, weil ich ihn durch häu-fige Erfahrung nützlich befunden habe, sondern weil ich ihn jetztsehr deutlich sehe, daß ich ihn hätte befolgen sollen. Aus diesemGesichtspunkte sollte man überhaupt Vorschriften betrachten.

Zwei Absichten mnß man bei der Lectüre beständig vor Augenhaben, wenn sie vernünftig sein soll: einmal, die Sachen zubehalten und sie mit seinem System zu vereinigen, und dannvornehmlich sich die Art eigen zu machen, wie jene Leute dieSachen angesehen haben. Das ist die Ursache, warum man Je-dermann warnen sollte, keine Bücher von Stümpern zu lesen,zumal wo sie ihr eigenes Raisonnement eingemischt haben. Mankann Sachen aus ihren Kompilationen lernen, allein was einemPhilosophen eben so wichtig, wo nicht wichtiger ist, seiner Tcn-kungsart eine gute Form zu geben, lernt er nicht.

Hüte dich, daß du nicht durch Zufälle in eine Stelle kommst,der du nicht gewachsen bist, damit du nicht scheinen mußt, was