Druckschrift 
Ueber Feuer-Meteore, und über die mit denselben herabgefallenen Massen
Entstehung
Seite
203
Einzelbild herunterladen
 

20Z

? , 439 sollen bey R o a, nicht weit von Burgos in Spa-nien, viele schwammige und sehr leichte Steine gefallen seyn.Die von Proust aus einem damahls von Cibdadreal ge-schriebenen Briefe mitgetheiltc Nachricht, findet sich im ckomrna!äe M bo, LIsrs i 8 o 5 , und aus diesem in Gil-

be r t's Annalen der Physik, B. 24, S. 263. Es wirdgesagt: » Als der König Johann mit seinem Hofe unten amAb-» hange bey dem Dorfe Roa auf der Jagd war, verbarg sich die« Sonne hinter weißen Wolken, und man sah Körper aus der«Luft fallen, die grauen und schwärzlichen Steinen glichen,« von beträchtlicher Größe. Nachdem die Erscheinung eine Stunde« gedauert hatte, ward die Sonne wieder sichtbar. Ein, weniger« als eine halbe Meile (lieue) entferntes Feld war so bedeckt mit» Sceinen von jeder Größe, daß man den Boden nicht sehen»konnte. Der König wollte sich dahin begeben , aber man hielt»ihn davon ab, und brachte ihm vier Steine von beträchtlicher« Größe; einige waren rund und von der Größe eines Mörsers,« andere wie Kopfkiffen, und wie halbe Scheffelmafie; aber was» am meisten Erstaunen erregte, war ihre außerordentliche Leich-tigkeit, da die größten noch nicht ein halbes Pfund wogen.»Sie waren so zart, daß sie mehr verdichtetem Meerschäume,» als etwas anderen glichen. Man konnte sich damit das Innere»> der Hände schlagen, ohne eine Spur von Schmerz oder Con-»tusion rc.« Die Erzählung hat so wenig Ähnlichkeit mitdem,was man sonst bey Meteor-Steinfällen beobachtet hat, daß manfast geneigt seyn möchte, an deren Richtigkeit zu zweifeln, be-sonders deshalb, weil gar nichts vo^ einem dabey gehörten Ge-töse gesagt wird. Da indessen, nach der sechsten Abthei-lung dieses Buches, auch mehrere Mahl weiche oder lockere Sub-stanzen herabgefallen sind, so könnte die Begebenheit vielleichtauch von derselben Art seyn.

? Bey Lucern scheint, vermuthlich in demselben Jahrhun-derte , ein Stein mit einem Feuer - Meteor, welches für einenfliegenden Drachen gehalten worden ist, herabgefallen zu seyn.Johann Leopold Cysat, Stadtschreiber zu Lucern, re-det davon in seiner Beschreibung des Lucern er- oderB i erwald st äd t er-Se es (Lucern , 4.), einem sehrseltenen Buche, das Herr Ober-Medicinal-Rath Blumenbach