dem Sohn Davids entgegen; daher, weil man ihn als Unruhe-stifter verdammen wollte, schlug man die Worte: Jesus vonNazareth, der Juden König, an das Kreuz, an demer starb.
Selbst seine vertrauter» Freunde und Schüler konnten sichnie ganz von dem Gedanken frei machen, Jesus werde früheroder später in seiner Herrlichkeit austreten, und mit königlicherGewalt die irdische Welt beherrschen. Denn war er es nicht,auf den sich offenbar die Weissagungen der Propheten bezogen?War er nicht ein Nachkomme Davids?
Darum warfen sich ihm einst seine Jünger Jakobus undJohannes zu Füßen, und baten ihn um die Gnade, daß erihnen gewähre, bei seiner Herrlichkeit und Macht dereiüst anseiner Seite sitzen zu dürfen, das heißt, die Nächsten am könig-lichen Thron zu sein, oder, was bei morgenländischen Fürstenund ihren Gebräuchen gleichviel galt, die höchsten Ehrenstellenin seinem Staate zu bekleiden. (Mark. 10 , 35 — 37.) Daßaber diese beiden nt.ch den vornehmsten Würden und Aemternstreben wollten, erbitterte sehr die andern Jünger, welche ebenso viele Ansprüche als sie auf jene hohen Stufen zu habenglaubten. (Luk. 22, 24.) Es entstand ein Zank unter ihnen,wem von Allen die höchste Stelle gebühre. Aber Jesus belehrtesie auch diesmal mit Nachdruck, daß er kein weltliches Reich zustiften Willens sei, sondern ein geistiges, ein himmlisches Reich,worin nichts als die Tugend allein glänze, und der Aller-deinüthigste und Dienstfertigste auch der Vorzüglichste undLiebenswürdigste sei.
Zuictzt sahen zwar die Jünger und andere unmittelbare Zu-hörer Jesu ein, daß er nicht gekommen sei, einen neuen jüdischenStaat zu stiften, und die übrigen Nationen der Erde mit einemirdischen Zepter zu beherrschen. Aber doch hatte er von seinerZukunft gesprochen, und daß sie ihn Wiedersehen würden in seinerHerrlichkeit. Sic gedachten nicht des ewigen Vereins jenseitsder Gräber, sondern nur Allzuviele glaubten: Christus werdedie Herrlichkeit aller Himmel auf eine wunderbare Weise auf dieErde niederführen, und dann hier, von allen Engeln umgeben,