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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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Wafferquellcn. Daß die reichsten und meisten Quellen denerhabensten Spitzen der Berge am nächsten liegen, ist eine derweisesten Welteinrichtungen. Denn nur dadurch ist es möglich,daß sie, ehe sie die Tiefe des Meeres erreichen, den weitestenWeg durch die bewohnten Linder fließen, und Alles befruchten,erquicken und nähren. Der Schnee aber ist, welcher allein dasdauerhafte Rinnen der Quelle unterhalten kann. Denn Regenwürde zu schnell herabfließen, und das Höhere bald trockenliegen lassen. Fest ruht der Schnee, von den Ungeheuern Fels-zacken hoch über den Ländern der Menschen aufgefangen undgehalten. Schnell verdunstet der Regen, nur spärlich dünstetder Schnee aus, und wird daher weniger leicht verzehrt. Introckenen, heißen, regenarmen Sommern müßten die meistenQuellen aus Mangel an Nahrung nothwendi'g abstehen, diemeisten Bäche versiegen, die meisten Flüsse und Ströme wasser-leer und unschrffbar werden. Doch die gewaltigen, Meilen undTagereisen weiten Eis- und Schneelasten der Hochgebirge haltendem Uebcrfluß und Mangel des Wassers ein wohlchätigesGleichgewicht. Indem sie Nachts und Tags, Winters undSommers, fort und fort durch die Erdwärme allmälig undgleichförmig auf ihrer Unterfläche abschmelzen, wie sic oberhalbdurch neue Ueberschläge aus den Wolken auch während desSommers beständigen Zuwachs empfangen, nähren sie unauf-hörlich die Quellen auch in den verschiedensten Jahreszeiten.

Und so wir sie Ländern, Menschen und Thieren die ver-siegenden Wasserströme senden, sind sie es auch, welche nichtgeringen Antheil am Entstehen der Winde, oder an derenKühlung im Sommer haben. Immer sind Winde, welche überhohe, mit ewigem Schnee bedeckte Gebirge ziehen, kälter,frischer und erquickender. Die Verdünstungen der den Wolkennahe liegenden Eismeere und Schneewüsten erzeugen eben sostarke Bewegungen in der Luft, als die Erkältungen in derLuft, wodurch wärmere Luftströme nachgezogen werden. Undblicke ich hinweg von diesen überschnellen Gipfeln der Hoch-gebirge, dieser Vorrathskammer der edelsten Wasserquellen,und schaue in jene entfernten rauhen Gegenden, wo der Schnee