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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
277
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In unfern Teichen, Seen, Pfützen, wie in allen stehendenWassern, leben Millionen dieser Thiere, wo sie sich gerne anden grünen Schleim, an die Wasserlinsen hängen, womit imSommer das stille Wasser sich zu bedecken pflegt. Da sind siedem bloßen Auge kaum sichtbar. Nur mit Vergrößerungsgläsernentdeckt man sie. Da gleichen sie bald einem Körnchen, wennsie sich zusammengezogen haben, bald, wenn sie ihre Armeausbreiten, einem Stern, einer Blume, einem Haarbüschel.Viele verwandeln sich in einer Minute auf unbegreifliche Weisein die mannigfaltigsten Gestalten.,

Die Wärme des Sommers belebt sie am meisten. Wennman sie in einem Glase Wasser schöpft, bemerkt man auch, wiesie sich am liebsten nach der von der Sonne beschienenen Seitehinziehen. Sie fahren bei einem starken Ton wie erschrockenzusammen. Manche sind auch groß genug, daß man sie wohlmir bloßen Augen bemerken kann. So hat eine Art, die mandas Kugelthierchen nennt, die Größe einer sehr kleinen Linse, istaber so zart und weich, wie ein Gallert, daß es, unbehutsammit der Hand aufgefaßt, zerfließt. Unter dem Vergrößerungs-glase hingegen sicht man, daß dies Thierchen von schöner,meergrüner Farbe ist und nach allen Richtungen hinschwimmt,indem cs wie eine Kugel sich rollend fortwälzt. Weil der Leibdurchsichtig ist, sieht man darin auch die ungebvrneN Jungen,ebenfalls als kleine Kugeln, zwanzig, dreißig an der Zahl bei-sammen ; ln den Jungen schon wieder ihre künftigen Geburten,in diesen schon wieder die dereinstigen Jungen, und so fort,bis die besten Vergrößerungsgläser zu schwach werden für dieSichtbarmachung so unendlich kleiner Wesen. Sind die Jungenreif, in der Welt zu erscheinen, so zerspaltet die ältere Kugel,und die kleinen rollen heraus, in einer Stunde fünf bis zehn,die das Leben der Alten führen, welche dann verschrumpftund stirbt.

Eben so zart und gallertartig sind die Tkiere, welche in demGehäuse der Korallen wohnen, und dieselben bilden, indem siegleichsam, einen kalkartigen Schleim auszuschwitzen scheinen, derdann verhärtet und zum Stein wird. Das Thierchen legt Eier,