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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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Ler Erde eben so unendlich, als in den weiten Räumen derHimmel. Es leben um uns her Schöpfungen in der Nähe,seren Dasein und Mannigfaltigkeit wir kaum vermuthen. Wirkennen bisher von der unübersehbaren Kette der Wesen nurwenige Glieder, und bemerken nur höchst mangelhaft, wie dieGlieder dieser Kette, welche durch das ganze Weltall hinzieht,Zusammenhängen. Wir kennen von den wunderbaren Eigen-schaften der selbst in die Augen fallenden Schöpfungen nur eiewenigsten. Es gibt Pflanzen, die ein Wachen und Schlafen zuhaben scheinen, wie die Thiere; ja sogar Empfindung zu habenscheinen, wie Thiere. Es gibt Thiere, die da wachsen und sichVervielfältigen, wie die Pflanzen; Thiere, die man lange fürPflanzen gehalten hat, und doch in der That es nicht sind.

Dergleichen sind die sogenannten Polypen, Würmchen, Ge-schöpfe von der einfachsten Arr, und von den allerverschiedenstcnGattungen und Gestalten. Sie leben in den Wassern der Meere,ser Flüsse, Seen, Teiche und in den Körpern größerer Thiere.Sie haben kein Gehirn, keinen Athem, und leben doch, bewegensich nach Willkür, und haben einen Mund, durch welchen sieNahrung einschluckcn, und das Unverdauliche wieder ausspeien.Sic haben keinen Magen, keine Eingeweide, ihr ganzer innererLeib ist nur wie eine feine Röhre, und doch genießen und ver-dauen sie. Sie haben Empfindung für Lust und Schmerz, wiejedes andere Thier, und wissen mrt ihren langfaserigen Armenihren Raub zu fangen und festzuhalten, ob man gleich nichtbegreift, wie sie ihn bemerken können, da an ihnen auch nichtdie mindeste Spur des Sehens wahrgenommen wird.

Sre vermehren sich auf eine außerordentlich schnelle Weise,und besitzen dabei eine beinahe unzerstörbare Lebenskraft. WiePflanzen, treiben sie Knospen aus ihrem Leibe, die sich ver-längern. Ist der junge Polyp, der mit der Mutter einerleiLeben hat, erwachsen genug, reißt er sich von ihrem Leibe los,sucht sich seine Nahrung und treibt wieder neue Knospen oderjunge Polypen hervor. Diese Vermehrung ist so schnell, daß imZeitraum eines einzigen Tages mehrere Geschlechter ihr Lebenempfangen, und so aussebrriret, daß jeder Polypenlcib mit

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