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6 (1837) Gott in der Natur
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und darüber haben, weil auch die erhabensten Bergspitzen nichtviel höher, als, in senkrechter Richtung, ein Meile sind.

Dünken uns nun jene Felsengebirge schon so hoch, die imVergleich zum Erdball nicht bedeutender als ein Sandkorn amApfel sind; dünkt uns nun schon der Erdball so groß, den mandoch in zwölf Monden umschiffen kann, und der einer derkleinsten unter allen Sternen des Weltalls ist o wie gering,wie klein müssen wir selbst sein! Wie Milben kriechen auf einemBlatte, so wir über die begrünte Erdrinde!

Und wie groß, o Du, den wir schwache Menschen Vaternennen dürfen, wie erhaben bist Du, o Schöpfer und Regentdes Weltalls, allseligster Geist! Gott! vor dem dieser Erdballnur ein Stäubchen und die für uns unzählbare Reihe glänzenderWelten, Sonnen und Erden im Himmelsraum nur der kleinsteTheil Deines unendlichen Schöpfungsgefildes ist! Ach, ichversinke schaudernd in das Nichts zurück, aus dem Du mich,Allgnädiger, hervorgerufen hast mein Stolz verschwindet imGefühle der Ohnmacht, wenn ich Dein gedenke.

Schwach, gebrechlich und weniger als ein unsichtbaresSonnenstäubchen ist mein Leib im Verhältniß zur GrößeDeiner Welt aber, o sei gepriesen, Du Höchster, erhabenerals die tobte, gefühllose Welt ist mein Geist.. Denn dieser Geistkann Dich, Du Unendlicher, denken. Dieser Geist begegnetDeiner Herrlichkeit in den Zaubern des Frühlings; er bewundertDich im Schmuck der Lilie, die Du kleidest, und im Glanzedes hellgestirnten Himmels. Dieser Gerft durchspäht forschendDein Weltgebäude, und berechnet den Lauf der Sonnen undErden im Himmelsraum. Dieser Geist kennt seine Weihe zurUnvergänglichkeit. Du gabst ihm die Macht des Gedankensund das Wunder der Sprache, in die er seine Gedanken hüllt,und das Vermögen, zu Dir zu beten! Darum sollen wir unsereKleinheit und Geringfügigkeit in der Körperwelt lebhaft erkennen,daß wir fühlen und uns uberzeugen, nicht unser Leib und wasihn angeht, nicht das Irdische sei unsere Hauptbestimmung undunser wahres Wesen: sondern der Geist, welcher sich weit überdie Erde erhebt, die übrigen Geschöpfe beherrscht, und unter