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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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Was wir Luft heißen, oder der Dunstkreis, der unsere»Erde von allen Seiten umschließt, ist aber bei weitem nicht soa-ein und einfach, als wir glauben, wenn wir seine Klarheitund Leichtigkeit bemerken. Er ist angefüllt mit den verschiedenstenUrstoffen aller Dinge; in ihm sind gleichsam alle andern Ele-mente, Feuer und Wasser, Erden und Metalle, aufgelöset vor-handen. Man kann dies schon daraus schließen, daß Alles,was die Flamme auf Erden zu verzehren scheint, Steine, Holz,und thierische Theile, verwandelt in Dunstgeftalt emporsteigtund sich mit der übrigen Luft vermischt; daß die Körper, welcheverwesen und verwittern, nur einen geringen Theil ihres Be--standes zurücklassen, während ihr größerer verdunstet sich irrder Luft verbreitet hat. Selbst der Mensch würde, wenn ernicht tägliche Nahrung als Ersatz empfinge, immer mehr vomseinen Bestandtheilen verlieren, weiter unaufhörlich ausdünstet,rmd einen Theil seines Leibes an die Luft abgibt, welche ihmdafür Stärkungen anderer Art und Zuwachs gewährt.

Den überzeugendsten Beweis aber von der Zusammensetzung,der Luft aus den allermannigfaltt'gften Stoffen geben uns diemerkwürdigen und wohlthätigen Erscheinungen, welche wirzwischen Erde und Himmel gewahr werden. Der heitersteHimmel kann sich in wenigen Augenblicken mit schwarzen Ge-molken trüben, die in der Lust entstehen, und oft RegensluthenNiederschlagen, welche Länderüberschwemmungen bewirken. Werwinkt den Wolken, daß sie sich sammeln zur rechten Zeit, und'hält schwebend in den Lüsten die Wellen des Wassers, daß sienicht zu früh niederrauschen in einzelnen Tropfen? Lobe denHerrn, meine Seele! Herr, mein Gott, Du bist sehr herrlich:Du bist schön und prächtig geschmückt. Licht ist Dein Kleid, dasDu anhast; Du breitest aus den Himmel, wie einen Teppich;,Du wölbest es eben mit Wasser! (Ps. 104, 1 3.)

Was im Sommer als wohlthätiger Regen auf die schmach-tenden Fluren niederträufelt, oder in einer drohenden Hagel-wolke dahinfährt, sinkt aus den freien Lüften im Winter alsSchnee nieder, um die von Frost erstarrte Erde zu decken undzu erwärmen. So sind Thau und Reif ähnliche Niederschläge