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Laufbahn der Erde, der Sonne und der Sterne, aus welcherder Wechsel der Jahreszeiten entspringt.
Die Anmuth eines heitern Frühlingstages lockt dich hinausin die freie Flur. Dein Fußtritt geht über ein ganzes Reichmannigfaltiger, dir unbekannter Pflanzen hin, und zertrittzarte Keime, die emporsproffen wollen. Ach, du weißt nicht,welche zarte Sorgfalt die Natur für sie bis dahin getragen.
Im Herbste ließ der alte Eichstamm des Waldes feinen Samenzur Erde fallen. Er diente größtentheils unzähligen Thieren zurNahrung. Aber doch einige dieser herben Früchte^blicben un-qenossen am Boden liegen zwischen dem welkenden Grase. Nunstreute der mütterliche Baum sein dürres Laub vor Anbruch desWinters darüber, und deckte die vergessene Eichel schonend zugegen die rauhe Jahreszeit. Und über die Laubdecke breitet sichder beschirmende Schnee. So schlief der zärtliche Keim der Eichelim langen Winter wohlverwahrt. Du sorgtest nicht für sic. Leb-lose Wesen nehmen sich ihrer an, nach des Schöpfers wohlthä-tiger Anordnung. — Der Frühling beginnt. Auch die vergesseneEichel fühlt in ihrem Innern die Alles belebende Wärme. IhrKeim sprengt den Kern. Er senkt eine feine Wurzel in den vomSchnee und Regen erweichten Boden, befruchtet und nahrhaftdurch des Mutterstammes verfaultes Laub. Die Wurzel saugtdie erste Nahrung aus den Brüsten der allgemeinen Mutter allesIrdischen, der Erde. Dadurch gewinnt der Keim neue Stärkung;er hebt einen schwachen, krautartigen Stengel empor, und faltetdie weichen Blätter am Sonnenlicht aus. Auch durch die Blättersaugt dies junge Pflänzchen neue Nahrung aus der Luft. Es er-starkt unter Regen, Wind und Sonnenwärme. Du schreitestvorüber, und achtest dieses geringen Krautes nicht. Aber diegütige Natur sorget mit immer reger Mutterliebe für dasselbe,so wie sie für dich sorgt. Siche, dies Kraut wird Baum; wirdeinst des Waldes Schmuck, des Menschen Reichthum, wenn dudu schon Staub geworden. Es prangt dereinst in hundertjährigerSchönheit, und deine Urenkel lagern sich vielleicht einst imScharten dieser ehrwürdigen Eiche, über deren Wipfel diesenFrühling noch deine Fußsohle verächtlich hinglcitct.