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4.
Der Mittag.
Spr. Gal. 10, ä. 5 .
Fallet nieder, fallet nieder,
Betet Gottes Wunder an!
Unzählbare hat, ihr Brüder,
Unser Gott für uns gethan.
Seht, wir schöpfen, was wir haben,
Aus dem Strome seiner Gaben,
Jede Lust, die uns entzückt,
Jeden Vorzug, der uns schmückt.
d^uft uns die stille Morgenstunde zu heiligen Vorsätzen, dieRuhe des Abends zrir ernstern Ueberlegung: so sind es dieMittagsstunden vorzüglich, welche unsere THeiligkeit auftfordern. Da ist es, wo wir gleichsam im Getümmel der Tages-geschäfte stehen; wo wir unsers Tugcndsinnes am meisten von-nöthcn haben. Im Geräusche des Tages, wo allerlei Verhältnisseunsere Aufmerksamkeit ergreifen, wo hundert Anlässe unscrn Zorn,unsere Rachsucht, unfern Neid, unsere Schadenfreude, unsereBegierde nach fremdem Gut, und unzähliche andere Leiden-schaften erwecken: da ist es, wo unsere Vorsätze auf der Probestehen, wo unsere Tugend gegen anstürmende Versuchungen imvollen Kampfe begriffen ist. Leicht mag cs sein, schöne Ent-schlüsse zu fassen; aber schwer ist es, sie im Gedränge desbürgerlichen Lebens allezeit mit christlicher Besonnenheit undKlugheit auszuführen.
Daher ist die Mitte des Tages einer der wichtigsten Augen-blicke für den Christen. Er steht nun auf der halbvvllendetenBahn eines der kurzen Abschnitte, aus denen sein Leben zu-sammengesetzt ist. Die edelsten Morgenentwürfe, die schönstenAbendbetrachtungen sind verloren, wenn ihnen nicht die Werkedes Tages entsprechen. Diese sind von unserm Leben derallerwichtigste Theil; alles andere ist nur Vorbereitung oderNachklang.
Wie der Mensch in der Mittagsstunde, ist gewissermasca dieganze Natur mit ihm auf dem höchsten Gipfel ihrer Thätigkeit.