78
cheir gestand Herr von Stourdza, daß er seine be-kannte Schrift auf Geheiß seines Monarchen ge-schrieben habe, auf dessen Befehl sie auch ganz imStillen gedruckt und den übrigen Monarchen mitge-theilt worden war. Rußlands Beherrscher, stetsbeflissen, sich in seinem Reiche von der humanste»Seite zu zeigen und des Löblichen Viel zu beför-dern, sieht den Zustand Deutschlands, nach jenerSchrift, von einer andern Seite an, sei es, daßihm darüber Nachrichten durch Personen mitgetheiltworden, welche auf ihre Weise, man könnte auchsageu auf Kotzebuesche Weise, gesehen und berichtethaben, oder sei es, daß die eigne Politik ihn leitete.Eine andre große Macht hatte schon auf dem erstenEongresse zu Wien unablässig versucht, die vonPreußen in Antrag gebrachten Bestimmungen wegender Preßfrciheit aus der Bundesacte ganz wegzu-lassen, hatte jedoch nicht ganz diese Absicht er-reichen können. Der Zustand der Censur aber bliebdort ganz derselbe, wie er bis dahin gewesen war.Indessen kann es keiner Regierung, welche eine strengeCensur für nöthig halt, gleichgültig sein, wennrund um ihr Land herum die Schriften circuliren,die sie nicht gelesen wissen will. Denn der Geist