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W. Cheselden's Anatomie des menschlichen Körpers : Mit vierzig Kupfertafeln nach Vandergucht von Riepenhausen
Entstehung
Seite
322
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zrr Siebentes Raplrel.

weiter fort führe, gebe ich sorgfältig acht, daß sie auch indie Blase gehe, welches man dadurch erkennt, daß sie durcheinen engen Ort hindurch geht, welcher sich an der Stellewo die Wunde ist, befindet, hierauf nehme ich mich in Achtsie nicht weiter zu stoßen, um nicht die Blase zu verletzen,sondern fühle erst mit ihrem Ende nach dem Stein, wennich den gefühlt habe, so öffne ich die Zange, und schiebe ei-nen Löffel derselben unter und den andern über den Stein;und wenn ich merke daß der Stein nicht gehörig zwischen derZange liegt, so wende ich ihn ehe ich ihn auszuziehen suche,darauf ziehe ich ihn ganz langsam heraus, damit er nichtschnell aus der Zange heraus gleite, und damit die Theile derWunde Zeit haben sich auszudehneu, zugleich nehme ich michin Acht ihn nicht so fest zu packen daß er in Stücken brechenkönnte; und wenn ich finde, daß der Stein sehr groß ist, soerweitere ich auf ihm die Wunde indem er in der Zange festgehalten wird. Hier muß ich noch bemerken, daß es sehr zu- 'kläglich ist, den Harn vor der Operation auszuleeren; dennwenn eine Menge desselben vorräthig bleibt, die beym Ein-bringen des Messers heraus stießt, so zieht sich die Blase nichtzusammen, sondern fallt in Falten zusammen, wodurch esschwer wird den Stein zu fassen, ohne zugleich die Blase zuverletzen; wenn aber die Blase zusammen gezogen ist, soläßt er sich so leicht packen, daß mich dieß nie einen Augen-blick aufgehalten hat, ausgenommen wenn der Stein sehrklein war. Zuletzt unterbinde ich, vermittelst einer krummenNadel die Blutgefäße, und bediene mich keines andern Ver- !bandes, als ein klein wenig Charpie die ich mit Blut be-schmiere, damit sie nicht zu fest an die Wunde auklebe; undalle Verbände mache ich ganz leicht, beynahe oberflächlich,und ohne alle Binde sie fest zu halten, weil diese vom Harnbefeuchtet werden und die Haut wund machen würde. An-fänglich halte ich den Kranken sehr kühl, um Blutungen zuverhindern, lind zuweilen bringe ich eineil Lappen der in kaltWasser getaucht ist, an die Wunde und an die Geschlechts- ^theile, welches ich, bey heißem Wetter vorzüglich, sehr nütz-lich ,