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W. Cheselden's Anatomie des menschlichen Körpers : Mit vierzig Kupfertafeln nach Vandergucht von Riepenhausen
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193
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Von den Schlag- und Blutadern. isz

Die äußersten Aeste, sowohl der Schlag- als Blut-adern haben sehr zahlreiche Verbindungen, gleich denen indem Gerippe der Pflanzenblätter, wodurch das Blut, wennihm der Durchgang durch einige Gefäße versperrt ist, durchandere die nicht verschlossen sind, fließen kann; und da dieGeschwindigkeit des Blutlaufs in den Gefäßen in dem Gradeab, und die Reibung an den Wänden der Gefäße in demMaaße zunimt als sie sich den äußersten Endigungen nähern,und da verschiedene der kleinern Gefäße einem Druck mehrausgesetzt sind als irgend ein großes, so sind diese Verbindun-gen in den kleinern Gefäßen zahlreicher als in den großen.Vermöge dieser Verbindungen geschieht der Umlauf des Blutsin einem Gliedmaaßen, wovon ein Theil amputirt worden,und in Gefäßen die von den Stämmen, aus denen sie ihrBlut erhielten, abgesondert worden, die sonst aus Mangelan Ernährung, zugleich mit allen Aesten die aus ihnen ent-springen, hätten absterben müssen, und nur durch diese Ver-bindungen ist es mir begreiflich, wie die in einer weit aus-gebreiteten Entzündung enthaltenen Flüssigkeiten, alle in eineeinzige Höhle vereitern können.

Wenn wir durch-die Schlagadern eine große Mengeeiner gefärbten Flüssigkeit einspritzen, so finden wir die großenBlutadern alle damit angefüllt, bevor noch irgend einer derfesten Theile stark davon gefärbt ist; und wenn man diese Ein-spritzungen auch noch länger fortsetzt, so werden die festenTheile alle doch weit weniger gefärbt, als man, meinerMei-nung nach, erwarten sollte, wenn die Einspritzung in alleGefäße desKörpers eingedrungen wäre, und ich habe oft rothoder grün gefärbtes Wachs oder Talg, durch alle Schlagadern-und wieder zurück durch die Blutadern bis zum Herzen, ein-gespritzt, und überall Gefäße damit angefüllt, die ohne einMicroscop nicht unterschieden werden können, ohne daß dem-ungeachtet irgend ein ganzer Theil stark angefüllt oder gefärbtworden wäre. Wenn man durch ein Microscop den Blutum-lauf in dem Schwänze eines Fisches betrachtet, so kann man

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