L 4<s Drittes Rapirel.
zu kauenden Speisen abhängt, die Absonderung dieser Drü-sen aber sehr viel von dieser Bewegung abhängt, so wird sieauch mit der Trockenheit und Härte der Nahrungsmittel imVerhältnis? stehen, welches nothwendig ist; denn da alle Nah-rung, durchs Kauen und Vermischung mit dem Speichel, zueinem Brey gemacht werden muß, ehe sie, zur Verdauunggeschickt, hinuntergeschluckt werden kann, trocknere aber undhärtere Nahrungsmittel mehr dazu von dieser Flüssigkeit be-dürfen , so werden sie auch durch diesen Mechanismus in demVerhältniß mit mehrerer als feuchtere Speisen versorgt, alssie trockncr und härter sind; und darum weil trocknere Spei-sen mehr Speichel bedürfen als feuchtere, können wir auchweniger von diesen essen und verdauen als von jenen. Wieviel Speichel diese Drüsen, in einer bestimmten Zeit, ausdem Blut absondern können, läßt sich schwerlich bestimmen,aber wenn wir trockenes Brod essen, so kann er nicht weni-ger als das Gewicht des Drods befragen, es können abermanche Leute in kurzer Zeit mehr trockneS Brod essen als derUmfang aller dieser Drüsen zweymahl genommen beträgt,und manche, die nicht ans Tobacksrauchen gewöhnt sind, kön-nen henm Mauchen einer einzigen Pfeijfe Toback ein halbMaaß fPinte) Speichel ausspucken, und andere haben in ei-nem Speichelfluß, Tage und Wochen lang, innerhalb vierund zwanzig Stunden ein Gallon*) weggcspuckt; und demun-geachtet glaube ich, daß alle diese Drüsen zusammengenom-men, nicht mehr als vier Unzen wiegen.
Die Membran welche den Mund und Gaumen beklei-det, und die Zunge bedeckt, ist überall mit kleinen Drüsenbeseht, die in alle Theile des Mundes Speichel ausleercn, undihn so beständig feucht erhalten; denn die entferntem, werdenvorzüglich nur beym Kauen ausgeleert. Diese kleinen Drü-sen werden nach den Theilen, an denen sie sich befinden, be-nannt, und darnach heißen sie buccsle«, lsbisle«, linAusles,ssaLisles, psi-umse, ZinZiusrum und vuuisre«.
Eine
*) Ohngefähr acht Maaß, das Maaß zu sechzehn Unzen.