nach der Entdeckung von Amerika, auf einer unbekann-te» Küste landeten: so pflegten sie immer erst zu fragen,ob Gold oder Silber in der Nachbarschaft Zu finden sey?Die Antwort auf diese Frage bestimmte, ob es die Mü-he belohne, sich daselbst nieder zu lasten, oder ob dasLand der Eroberung werth sey. Plans Carpino, einMönch, den der König von Frankreich zu einem derSöhne des weltbekannten Gengis Chan, als Gesandtenabschickte, sagt, die Tartaren hätte» ihn oft gefragt, obes in dein Königreiche Frankreich viel Schafe und Och-sen gäbe? Sie hatten bey dieser Frage dieselbe Absicht,die die Spanier hatten: sie wollten gerne wissen, ob dasLand Reichthum genug habe, um der Eroberung werthzu seyn. Unter den Tartaren, wie unter allen Hirten-völkern, denen grbßrenkheils der Gebrauch des Geldesunbekannt ist, giebt das Vieh das Werkzeug zum Han-del und den Maßstab des Werthes ab. Bey ihnen al-so bestand der Reichthum in Viehc, so wie er bey denSpaniern in Golde und Silber bestand. Unter beydenkam vielleicht der Begriff der Tartaren der Wahrheitam nächsten.
Locke macht einen Unterschied zwischen dem Geldeund andern beweglichen Gütern. Diese leztern, sagter, sind so sehr dem Verderben unterworfen, daß manauf den darin bestehenden Reichthum nicht viel rechnenkann, und daß eine Nation, die in dem einen Jahre andiesen Gütern Ueberstuß hat, in dem nächsten Jahre,ohne alle Ausfuhr und bloß durch übermäßigen Auswandund Verschwendung, daran Mangel leiden kann. Geldhingegen ist ein sicherer Freund, der zwar von Haud zuHand herum wandert, aber, wenn man ihn nur vee-
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