Glaubens : so bist du ein Priester Gottes auf Erden, welcherSeelen zum Himmel führt.
Gehe hin, und lasse deine Thaten zeugen von der Vorzüglich-keit deines Glaubens; fessele dich los von den Lastern undFehlern; handle gerechter, als von Andern geschehen mag ; seibehender zu allem Guten, als sie, und bescheidener in Anmaßungeines Ruhmes, denn Andere; schäme dich nicht, den Tugendhaftenzu ehren, er stehe, wo er wolle; zittere nicht, eine Wahrheit zubekennen, wo sie heilsam wird; erröthe nicht, wenn Spötter obdeines guten Eifers spotten; traure nicht, wenn Schadenfreudedich mit Undank kränkt; wanke nicht, wenn man dich verkennt,und dir bei deinem gemeinnützigen Streben falsche Absicht zri-schreibt; stehe fest, wie ein Fels Gottes, in den Ungewittern desLebens ^blicke heitern Auges zur Ewigkeit, wenn deine Geliebtendahinsterben; bleibe gelassen, wenn dich das Schicksal niederbeugt,und unverzagt, wenn dir dein Hab und Gut verschwindet: sobist du ein Priester Gottes auf Erden, der das Evangeliumverkündet durch die Tugenden, mit welchen er uns bereichert.
O Gottheit! nur so möchte ich Dein Priester sein; o Jesus,so Dein Bote unter den Sterblichen!
Und was ich möchte, kann ich es nicht? Was hindert mich,wenn ich mich nicht selbst hindere, ein Verkünder des aller-heiligsten Glaubens zu sein? Wer kann cs mir wehren, DeinReich, o himmlischer Vater, auf Erden zu verbreiten? Keineirdische Macht!
So gehe denn mein Wunsch in Erfüllung, und Du, o GeistGottes, welcher die ersten Voten Jesu Christi erweckte, mittenunter den Heiden das Wort des Gekreuzigten zu lehren, stärke,beseele mich, auch in meinen: Wirkungskreise zur Ausbreitungdes Himmelreichs beizutrügen! Hat ein Sterblicher ans Erdenhöher« Beruf? —
Vater, Dein Reich komme zu uns! Amen.