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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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Z8.

Vom Lesen der heiligen Schrift.

Ap. Gtsch. 8, so.

Die Schriften Gottes still zu lesen,

Sei immerdar mir süße Pflicht,

Wie blind wür' ich, allweises Wesen,

Verwürf' ich Deinen Unterricht!

Nein, nein, mit einfaltvoller SeeleErforsch' ich, Vater, die Befehle,

Die lauter Licht und Leben flnd,

Mit Dank und Demuth, als Dein Sind.

^.Äerstehest du auch, was du liesest!" fragte einst Phi-lippus der Apostel den Kämmerer der Königin Candaces, daer diesem unterwegs im Wagen sitzend und den Propheten Je-sajas lesend begegnete. Bescheiden gestand der königliche Käm-merer ,daß er den Sinn der heiligen Worte des Propheten nichtbegriffe. Da trat der Jünger Jesu zu ihm, und erklärte ihmdie Worte der Schrift.

Verstehest du auch, was du liesest? So könnteMan auch noch in unfern Tagen den Christen fragen, welcher,um sich zu erbauen, die Bücher der heiligen Schrift nimmt undsie liefet. Wer sie gedankenlos und aus Gewohnheit liefet, fürLen sind diese Bücher verschlossen. Wer sie mit Nachdenken liefet,und sie gründlich verstehen will, wird nur allzuoft Dunkelheiten,entdecken, welche durch bloßes Ueberlegen und Errathen nichtaufgehellt werden können. Er bedarf eines Freundes, einesLehrers, der ihm den verborgenen Sinn aufschließe, wie esdurch den Apostel Philippus dem königlichen Kämmerer geschah.

Die heilige Schrift ist für Christen das ehrwürdigste allerBücher. Denn sie enthält die ältesten aller Urkunden zur Ge-schichte des menschlichen Geschlechts. Wir erfahren aus ihr dieSchöpfung der Welt und des Menschen durch göttliche Macht,und den Ursprung des Guten und Bösen, und die Verheerungdes Erdballs durch eine furchtbare Ueberschwemmung, die Sünd-fluth geheißen.