Nie wird dein Geist vom Throne Gottes ins Weltgktiimrmlzurücktreten, ohne entschlossener und geheiligter zu sein.
Willst du dich stärken in edler Standhaftigkeit? Wähle dirzum Umgänge würdige, tugendhafte Menschen, deren Beispielsrmuntert im Guten; vor denen du erröthen müßtest, deinenFehlern freien Lauf zu lassen. Mögen auch sie noch mancheSchwächen haben : zeige du ihnen da, wo sie schwach sind, deineStärke, aber ahme in solchen Dingen ihrer Vortrefflichkeit nach,wo sie dir mangelt. So veredelt die Freundschaft der Menschendein Gemüth.
Und mangelt dir die Gelegenheit zu solcher auserlesenenI Gesellschaft, willst du dich vor dem ansteckenden Beispielgewissenloser Menschen bewahren: so wähle dir belehrende,erbauliche Schriften, die deinen Verstand aufklären, deineBegriffe über das berichtigen, was du bist, was du sein sollst.Gin gutes Buch ist ein frommer Freund, der durch seine Gedankendie unserigen heiligt, und mit seinen Empfindungen die unserigen«rwärmt.
Und wenn dir Freund und Bücher mangeln, wenn du imLeben dastehst, nicht um zu betrachten, sondern thätig zu sein inÖen Verhältnissen deines Berufs, dann höre nie auf, Meisterund Herr deiner selbst zu sein. So lange du dieses bist undbleibst, wirst du nicht ungerecht sein! Sprich lieber nicht,handle lieber nicht, als daß du in einer Aufwallung desGemüthes, in einer verstimmten Laune, oder bestürmt vonirgend einer unreinen Empfindung, sprechen oder handelnsolltest. Halte, was du hast, daß Niemand deine Krone^ nehme! (Offenb. Joh. 3, 11.)
Und Du, mein Jesus, mein Heiland, meines LebensVorbild, weiche nicht von mir. Dein einfacher, stiller, festerWandel sei der meine, daß ich das höchste Gut der Welt! erkämpfen möge: Freudigkeit im Leben, Freudigkeit im Tod,Freudigkeit in der Herrlichkeit meiner Zukunft, die Du meiner! Seele geoffenbaret und gelobt hast! Nur so bin ich meinerI selbst gewiß, gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel
! noch Fürstenthum, noch Gewalt, weder Gegenwärtiges, noch