hat dadurch an Achtung bei seinen Mitbürgern und Vorgesetzteneingebüßt, vielleicht von seinen Einkünften verloren, vielleichtdarum manche trauervolle, bittere Stunden verleben müssen.Du fühlst die Vorwürfe deines Gewissens. Du kannst bei demGedanken an deinen dort bewiesenen Leichtsinn nickt froh werden.Du gehst hin und bist nun desto liebreicher gegen andere Menschen;hilfst und rathest allen Andern desto mehr. Ist dir nun geholfen ? —Ach, nein, falsche Rettung! Deine Sünde ist Dir behalten. Duhast verleumdet: so widerrufe; du hast geschadet: so ersetze!
Du lebtest in deiner Jugend mit sträflichem Leichtsinn, inVollerer', Ueppigkeiten,'Zerstreuungen. Du gabst dir wenigMühe, Glück über die Genossen deines Lebens zu verbreiten.„Das Leben recht genießen!" war dein Wahlspruch. Jetzt, dcrdeine Kräfte erschöpft sind, kommst du zum besonnenen Ernstezurück; möchtest dich nun an der Neige deines Lebens heiligen,um des Himmels gewiß zu sein. Du möchtest deine Seele retten.Du bestürmest Beichtstühle und Messen, Betstunden und Kirchen;du wirst in frommen Andachtübungen nicht müde, und hoffestdamit den Richter der Tobten zu bestechen. Vergebliche Mühe,falsche Rettung! Gehe hin, du Unnützer auf Erden, sammlenoch den Rest deiner Kräfte und werde einer Welt nützlich, inder du bis heute vergebens lebtest.
Es ist falsche Rettung, wenn man einen altenFehler durch einen neuen verbessern will. Und dies istnur zu gewöhnlich die Thorheit dcr Sterblichen. Daher verlierensie sich in einer Reihe von Vergehungen und Jrrthümcrn, auswelchen ste sich selten wieder zurecht finden. Groß ist der Irrgartendes Lasters. Wer einen Schritt hinein thut, muß nicht, um diesenzu beschönigen, den zweiten thun, sonst wird er auch zum drittenund vierten gezwungen, bis der Ausweg ganz verloren ist.
So sehen wir häufig in unfern Zeiten Familien, welch? sichdurch einen Aufwand zerrütten, der durchaus ihren Einkünftennicht angemessen ist. Aber ihr Stolz will nicht erlauben, zurstrengen Einfalt und Sparsamkeit zurückzukchrcn. Das glänzendeLeben, eine ganze Reihe mannigfaltiger Bequemlichkeiten, scheine«ihnen durch Gewohnheit zum unentbehrlichen Bedürfniß geworden