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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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nur der Sünder mag sie stählen, nicht der wahre Christ, der mirund in Gott lebt und handelt! sondern die Gottesfurcht istdie Heilighaltung aller Dinge, die mit unserer Religion in irgendeiniger Verbindung stehen; Heilighaltung der Lehren, Meinungen,Gebräuche bei de.r Gottesverehrung. Gottesfurcht ist jene fromme,heilige Scheu vor Entweihung desjenigen, was Gott und seinerVerehrung geheiligt worden ist. Wer aber Gott wahrhaft liebt,kann nicht ohne Ehrfurcht vor ihm und dem, was der Gottheitgeweiht ist, bleiben. Welches Kind liebt seinen Vater zärtlich,daß es nicht auch eine Empfindung der Achtung und Zuneigungfür alles das empfände, was dem Vater auf irgend eine Werseangehört, oder was durch die Liebe Anderer dem guten Vaterzugeeignet worden ist, oder was von ihm herrührt?

Auf diese Weise kann die reinste Gottesfurcht mit der innig»sien Liebe zu Gott verbunden sein, ohne daß in dieser LiebeSchrecken, Angst und Besorgm'ß vorhanden wäre. Die Gottes»furcht ist eine Furcht der lebendigen Gotteslicbe.

Wenige Menschen stehen in diesem Verhältnisse der Harm»losesten, kindlichsten, ergebungsvollstcn Liebe zum Vater in;Himmel. Umsonst ermunterte Jesus, umsonst jeder seiner heiligenBoten dazu. Furcht waltet noch immer bei den meisten ob.Die meisten beten zum Vater selten aus Liebe, selten aus einemHerzen, welches sich von der Bürde unendlichen Dankes gegenden Geber so vielen Wohls erleichtern will: sondern entwederwenn sie die Nähe des Richters fürchten, wenn sie vor denSchrecken der Vergeltung zittern, oder erst, wenn sie in Nochund Gefahr unterzugehen besorgt sind, und keine andere Hilfenoch Zuflucht kennen, als den Allmächtigen.

Wie aber stelle ich mein Vcrhältniß zu Gott wieder her, ganzin dem Sinne, wie es nach Jesu Aeußerungen beschaffen seinmuß? Wodurch kann ich die wahre, reine, kindliche, Vertrauens»volle Liebe zu Gott gewinnen?

Man muß Gott kennen, um ihn zu lieben. Ddcrwie kannst du auch nur einen Menschen lieben, von dem du fastgar nichts weißt? Deine Ehrfurcht, deine Liebe, deine inbrünstigeAnbetung des allein Anbetungswürdiges wir- ln eben dem Grade