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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
53
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plötzliche Erhörungen meines Gebets. Zwar oft finden sie statt,oft erst spät, immer aber zur besten und rechten Zeit, die ichselber zu bestimmen nicht Einsicht genug habe. Darum lasse ichDen Willen des Allwissenden walten, und verharre Vertrauens-voll. Aber dann bete ich nicht mit kindischem Eigensinn, alskönne mir durchaus nichts Anderes nützlich sein, als das, umwelches ich bitte. Welche Thorheit, daß Menschen-Einsicht Gottes-Einsicht übertreffen wollte! Doch offenbare ich ihm gern dieleisesten Wünsche. Es thut so wohl, sein Herz vor einem Vaterausschütten zu können. Aber wenn diese Wünsche dann auchnicht immer erfüllt werd-.n, ja, wenn oft das Gegentheil vonDenselben eintrifft dennoch fühle ich mich von Dankbarkeitdurchdrungen. Denn ich habe cs in der Folge nur zu guterfahren, daß oft eben das Gegentheil von dem, was ich bat,wirklich mein und der Meinigen wahres Beste gewesen ist. O, ichweiß gar wohl, meine Wünsche waren manchmal auch Wünscheder Eitelkeit, der Bequemlichkeit, einer Herzensverwöhnung.'Darum, so oft ich bete, setze ich gern die Worte meines Jesuhinzu: doch nicht wie ich will, sondern wie Du willst, meinVater! und ich ende dann mein Gebet nicht mit einer starr-sir.-m'gen Erwartung: so, nicht anders, müsse es nun kommen;sondern mit kindlichem Vertrauen, der Vater werde das Bestegeschehen lassen. Ich verlasse mich zuversichtlich auf meinen Gott.

Bei dem Allen ist jedoch nicht minder wahr und gewiß, daßmein Gebet einen großen, entscheidenden und vortheilhaftcnEinfluß auf mein und Anderer Schicksal hat. Dies ist keinWiderspruch mit dem Vorigen.

Denn so oft ich mich dem allmächtigen Gott im Geiste undim Gebete nahe, wird meine Vorstellung von seiner Macht undhohen Gerechtigkeit ungleich lebendiger und Heller, als wenn ichDerselben im Geräusche des Lebens nur oberflächlich gedenke.Meine Zuversicht erhöht sich. Ich wage nicht, etwas Ungerechtesvon dem Allergerechtesten zu begehren. Ich fühle, zu dem, wasgerecht und gut ist, wird er mir, wenn ich es ernstlich will, Kraftgeben. Vereint mit ihm, vertrauensvoll auf ihn, wird mirDas Schwierigste leicht, das Unmöglichscheinende möglich. Das