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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
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schäften, deine Mißhelligkeiten, deinen Neid in der Sterbestundedes alten Jahres sterben lassen? Hast du deine sündlichen Be-gierden, deine lasterhaften Wünsche, deine beleidigenden, dich selbstentehrenden Gewohnheiten in das unendliche Meer der Vergangen-heit hir.-abfallen lassen? Stehst du nun im neuen Jahre gleichsamwie em neugeschaffener besserer Mensch da, der Anspruch auf dashöchste Gcisterglück machen darf, welches Jesus und Gott auSder Fülle seines Reichthums gewähren mag?

Prüfe dich selbst! Hüpfe nicht mit unbesonnenem Leichtsinnin das neue Jahr hinüber, aus welchem dich vielleicht trauerndeMitbürger auf der Todtenbahre hinaustragen müssen! Sucheeine Stunde der Einsamkeit, wo dich nichts stört im Nachdenkenüber dich selbst, und richte die Frage an dich, als erginge sie andich aus dein Munde des Todtenrichters : Wie steht es mit deinemHerzen? Welche Fehler verunreinigen noch? Welche Begier-den, welche Leidenschaften trennen dich noch von der Erlangungdeines höchsten Gutes? Was hast du jetzt noch an dir zu tadeln,zu bereuen ? An welcher schönen Gemüthseigenschaft, an welcherTugend gebricht es dir noch, die dich Gott und Menschen liebens-würdiger machen könnte?

Sei reines Herzens ! Ach, wie vieles schließen die wenigenWorte in sich! Es ist also noch nicht genug, daß du äußerlichnichts Böses thust; daß du dich mit keinem groben Verbrechenbesudelst; daß du kein Trunkenbold oder Betrüger, kein Verrätheroder Verleumder, kein Verführer der Unschuld oder Meineidigerseiest, nein, nicht nur deine Hände sollen sich nicht mit Blutoder Raub, mit Betrug oder Wollust besudeln; nein, auch deinHerz muß rein sein, auch keine Gedanken müssen dies Herzentweihen mit Sünden. Sei reines Herzens!

Aber bilde dir nicht ein, du habest schon das beseligendereine Herz, wenn du deinen Verwandten, Bekannten, wenndu wissentlich keinem einzigen Menschen Böses thust, und selbstihnen in Gedanken nichts Böses wünschest! Ach, welcheelende Tugend ist denn dies! So sind ja auch die Todten fromm,denn auch sie üben nichts Böses weder mit Werken noch mitWorten.