das Gute behaltet! spricht Paulus, der Apostel. Das Mangel«hafte und Verderbliche im Lande zu vertilgen, werden allezeitdie erscheinenden Verordnungen und Gesetze am ersten versuchen»Sie sind die Dämme, welche der öffentlichen Verschlimmerungvon weisen Fürsten und Obrigkeiten entgegengebaut werden; siesind die Mittel, jene Gerechtigkeit zu befördern, durch welcheein Volk erhöht wird.
Daher ehre über Alles vaterländische Gesetze,vaterländischeFürsten, vaterländische Obrigkeiten.Das Ehren derselben besteht aber in Vertheidigung derselbengegen unverdienten Tadel und in treuem Gehorsam.
Ehre die Landesgesetze, auch wenn du ihreWoh lthätigkeit nicht einsiehst. Denn in deinen Ver-hältnissen als Unterthan, als Hausvater, als Hausmutter, bistdu keineswegs auf derjenigen Stelle, von welcher du den ganzenkünstlich zusammengefügten Bau des Staates und dessenverschiedenartige Bedürfnisse überblicken, geschweige gründlich'beurtheilen könntest. Ganz anders sieht die Landschaft aus,wenn du im Thale stehst, und sie betrachtest; ganz anders, wenndu sie von einer Berghöhe herab überschaust. Das Allesbesser-wissenwollen und das Allesbessermachenwollen ist ein gemeinerFehler in solchen Ländern, die ihrer Auflösung nahe sind. Dennda stellt sich der Eigendünkel an den Platz redlichen Gehorsams,und löset die heiligen Bande des Vertrauens zwischen dem Volkeund seinen Vorstehern auf. Wie können unerfahrne Schülerdie Kenntnisse ihres Lehrers meistern? Oder wie können einzelneSoldaten, die in Bewegungen des ganzen Heeres dahinschreitcn,ohne dessen Verbindungen oder die Anstalten des Feindes genauzu wissen, das tadeln, was der Feldherr ordnet? Wenn sie esaber thun, und sich das Vertrauen auf den Führer vernichtet:wird das Heer nicht schon geschlagen sein, che es vom Feindeangegriffen wird?
Ehre die vaterländischen Gesetze und Verordnungen, sogarwenn sie deinem eigenen Nutzen wehe thun. Denn nur zu ofttritt der Fall ein, daß, um das Wohlsein der Gesammtheit zubefördern, einzelne Theile leiden müssen. Ach dir können ja