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gegen die Verirrungen schwacher Gemüther, gegen den Anfallder entsetzlichsten Seelenkrankheit, der Zweifel sucht.
Ein allzuspäter, oder ein in den ersten Kindheitstagen ver-säumter, nachlässig gegebener Religionsunterricht entbehrt dieseheilsame Macht über die Seele. Ohne die Kraft gewohnterund mit ihrem Wesen gleichsam eins gewordener Wahrheitensinkt sie leicht unter den ersten Anfällen eines muthwilligenZweifels. Um sich von den höchsten Wahrheiten der Religionganz durchdringen zu lassen, muß sie gewissermaßen selbst erstden dornenvollen Irrgarten des Zweifels und der Täuschungdurchwandern, Alles entbehren lernen, um Alles wieder zu finden.Was tausend edle Menschen durc^Jahrtausende im Kampf mitder bangen Ungewißheit litten, muß sie erst wieder leiden, umRuhe zu finden. Ach, oft ermüdet sie schon auf der Hälfte deslangen Weges, und wird ein Raub ihrer Muthlosigkeit, ihresMangels an Kraft! Oder, um ihr eigenes Unheil zu vergessen,"stürzt sie sich in den Wirbel wilder Gelüste und Leidenschaftenhinaus, und bleibt ölend im Genuß aller sinnlichen Zerstreuungen,einsam im bunten Gewühl der Welt. — Dies sind die jammer-vollen Folgen des versäumten Religionsunterrichtes, worin dasGcmüth des Kindes erstarken sollte; dies sind die Folgen derSeelen - Verwilderung.
Denn was ist Entbehrung religiöser Gedanken und Empfin-dungen Anderes, als Verwilderung? — Das Kind, ohneReligion, ist nur ein klügeres, schlaueres, künstlicheres Geschöpf,als andere Thiere sind. Nur seine thierische Natur ward inihm ausgebildct, aber seine geistige Natur blieb unveredelt.Es ist, wie das Thier, nur mit Seinesgleichen vertraut, nur mitseiner Nahrung bekannt, auch mit den Mitteln, wie solche zuerwerben ist; aber unvertraut ist es mit den Heiligthümern derGeistc.welt, mit Gott und Tugend und Ewigkeit. Es erblicktin der Natur keine Offenbarung, und in den göttlichen Offen-barungen nicht den wunderbaren Glanz der Weltordnung.'
Schon das Kind wird durch seine Religion ein edleres,höheres Wesen — ein Wesen, das Gott denkt. Schon das Kindsieht durch Religion in seinem engen Wirkungskreise die Welt