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ihn doch ab; sie läßt chm doch Kraft, ein besserer Mensch zuwerden. Aber gefährlicher ist der Einstuß entnervenden Reich-thums auf die Veredelung des Sterblichen, und nicht ohneGrund sprach Christus, der erhabene Menschenkenner, dieschweren Worte: es ist leichter, daß ein Kamee! durch ein Nadel«vhr gehe, als daß ein Reicher ins Himmelreich komme!
Und doch sehnt sich der größte Theil der heutigen Christennach nichts mit solcher Begier, als nach glänzenden Vermögens-umständen. Wäre es möglich, Jeder würde der Reichste seinwollen. Umsonst warnt Jesus Stimme: Was hülfe es demMenschen, wenn er die ganze Welt gewänne, und nähmeSchaden an seiner Seele? — Ach, wie viel Tausende opfernUnschuld, Wahrheit, Recht, Freiheit, Alles auf, Leben undHoffnung des ewigen Lebens, oft für einige Hände voll Goldes!
Es ist kein Wunder, daß gemeine Geldsucht eine derherrschendsten Leidenschaften unftrs Zeitalters geworden; daßJeder daraus, wie er sein Vermögen auf gerechte oder unerlaubteArt immer mehr erweitere, die wichtigste seiner häuslichen An-gelegenheiten macht. Denn von zarter Jugend an wird Kindernvon ihren Acltcrn nichts Anders gezeigt, nichts nachdrücklichereingeprägt. Dafür treibt man sie von Schule zu Schule; dafürmüssen sie Wissenschaft und Kenntnisse sammeln, dafür Hand-werke und Gewerbe erlernen; dafür werden die verächtlichstenRänke und Umtriebe ersonnen; dafür werden als den Haupt-zweck Ehen vorgeschlagen, berechnet, ins Werk gesetzt; dafürmuß der Mensch ins Joch des Alltagslebens eintreten. Und istendlich Einer, der ohne Rcichthum doch stolz genug ist, dasGold zu verachten, der Wissenschaft oder Wahrheit, Unschuld,Freiheit, Recht und Tugend höher hält, als alles Gold, derzufrieden ist mit Wenigem, der keine Schätze begehrt — wiewird er von, gemeinen Haufen angestaunt! Wie wird er alSein Narr verspottet, der weder zu leben wisse, noch wisse, waszum Leben gehöre! Wie wird er von den gleichen Leuten mit-leidig belächelt, die in der Kirche andächtelnd mit großer Er-bauung hören, wie Salomo zu Gott gefleht habe, nicht umReichthum, sondern um Weisheit! Ihnen selbst aber ist diese