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nicht mehr als Fremdlinge vor ihm, sondern als Kinder,die täglich um ihren Vater sind.
Man fühlt sich durch die Verehrung Gottes, welche wirihm im Kreise unserer Verwandten oder in der Einsamkeit dar-bringen, jedesmal stärker, besser, zu allem Guten entschlossener;man handelt edler; man bereitet sich und Andern mehr Glück,und fühlt den Himmel des häuslichen Friedens. Man vermeidetmit größerer Sorgfalt Unanständigkeiten, die demjenigen leichtbegegnen, der selten daran denkt, dem Allerheiligsten zurRechenschaft zu stehen. Ein vorwurfloses Gewissen verbreitetunaussprechliche Heiterkeit über das ruhige Gemüth. Mangenießt freudiger das Leben, weil man es reiner genießt.
Ja, mein Gott, mein Vater, mein Alles; ja, ich empfindedas Glück, vor Dir kein Fremdling zu sein; ich wäre unwür-dig , einen Tag zu leben, an welchem ich nicht Deiner gedachthätte. Nicht im Tempel allein betete Dein Sohn Jesus Christus,auch in der Wohnung seiner Lieben, auch in der EinsamkeitGethsemane's betete er. So will ich, Dein Kind, auch irrmeiner Wohnung, auch auf dem einsamen Felde, auch fern vonmeiner Heimath Dich verehren. Deine Allgegenwart macht meinZimmer zur Kirche. Auch hier kann ich Dich anbeten im Geistund in der Wahrheit.
Einem frommen Sinne heiligt sich Alles; und wo Du bist,sollte das Unheilige verschwinden. Du wohnest bei mir: wiesollte nicht Dein seliger Frieden in meiner Wohnung herrschen?Könnte ich die stille Kammer, in der ich oft zu Dir mitInbrunst flehte, mit Sünden entheiligen? Könnte ich auf derStelle, wo ich betete, fluchen ? auf der Stätte, wo ich vor demRichter der Gedanken erschien, Betrug und Unwahrheit reden?Könnte ich da, wo ich Deine ewige Liebe anrief, die schändlichenAusbrüche des Hasses, des Neides, der Verleumdung, desZorns gestatten?
Nein, mein Gott, wohin sollte ich mein schuldbewußtesHerz, wohin meinen Blick voller Scham wenden, wenn ich inmeiner eigenen Wohnung, im einsamsten Winkel derselben vorDeiner Gegenwart erröthen müßte? Wo sollte mir auf Erden