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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
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beschäftigen. Aber sollen deine Neigungen dich beherrschen, odersollst du Meister derselben sein? Du hast vielleicht keine Nestgung, einen König oder Fürsten, oder jeden anderrr deiner.achtungswürdigen Obern zu sprechen. Aber wenn er vor dir steht,wirst du darum nicht mit ganzem Gemüth und mit aller Ehr-furcht vor ihm erscheinen? Gott, der Allmachtvolle, steht vorDir jeden Augenblick deines Daseins; die Ewigkeit umfaßt dich injedem Augenblick deines Denkens und WollenS. Kannst du vorihm nicht, was du jederzeit vor jeglichem deiner Vorgesetztenkannst? Nein, diese erhabener» Beschäftigungen soll man nieaufschieben, wenn man nicht endlich Wohlgefallen an dem Aller-miedrigsten finden will. Der Gedanke an Gott, und daran, daßLu seiner würdig sein sollst, muß dir zur Gewohnheit, zum un-entbehrlichsten Bedürfnisse werden; außerdem wirst du nie diePalme der inner» Vollendung gewinnen. Religion und TugendMüssen deiner Seele so unentbehrliche Bedürfnisse sein, als Speiseund Trank es für deinen Leib sind. Außerdem ist dein Christen-rhum Scheinheiligkeit; dein Gebet, in welchem du dich Gott zu-weihen glaubst, äußeres Zeremonie!.

Darum überlasse die Wahl der Stunden, in welchen duDich allein oder mit deinen Lebensgenossen göttlichen Betrachtun-gen weihen willst, keineswegs ganz dem Zufalle, der Gelegen-,heit oder deiner besonder» Neigung. Diese Stunden möchtensonst seltener schlagen, als deinem Herzen wohlthätig wäre. Dugehst ja auch zu einer bestimmten Stunde an deine häuslichenund Berufsgeschäfte, ohne dich zu fragen, ob du große Lustzur Arbeit habest. Kannst du dies nun für dein Brod, für dei-nen irdischen Erwerb thun: warum willst du dem Edlern indir, deinem unsterblichen Geiste, weniger dienen? VerschiebeDie Stunde heiliger Betrachtungen nicht auf eine Zeit hinaus,wo du nichts Besseres zu thun weißt. Ach, der Gedanke anGott, Ewigkeit und Bestimmung der Seele ist nicht geschaffen,nur die Langeweile zu verkürzen, oder uns in einem müßigenAugenblicke zu unterhalten.

Wähle die Zeit, da du, von Übrigen Geschäften los, dirselbst überlassen sein kannst> dir selbst in tiefir Einsamkeit,