sein Gemüth in der Betrachtung voll den Schicksalen der ReligionJesu Christi erheben und heiligen wollte. Er ließ Wiederholungenhinweg, welche in der Art, wie das Werk zuerst erschien, un-vermeidlich eintreten mußten; ließ Anspielungen auf die Tageund Umstände hinweg, in denen ehemals die Blätter wöchentlich'ausgegeben wurden, und fügte Manches hinzu, wo sich Lückenvarzustellen schienen.
So ward denn auch daS gegenwärtige Andachtsbuch füreine christiiche Haushaltung gebildet. Es ist recht absicht-lich geschehen, daß darin die Betrachtungen in mannigfaltigerAbwechselung unter einander stehen, und nickt in strenger Ord-nung und Folge eines Lehrbuches der Christenpflichten. EbenVieser Wechsel ist für das Gemüth des Lesers erfrischend; lindeben das oft Unerwartete wirkt mächtiger, zumal wenn derInhalt desselben mit seinem Seelenzuftande mehr oder wenigerzusammenklingt.
Freilich kann cs geschehen, daß in demjenigen, was du,mein christlicher Leser, zu deiner Erbauung, Belehrung oderBeruhigung zu lesen empfängst, nicht immer ganz dasjenigeenthalten ist, was für deine augenblickliche GemuthsstimmungPaßt. Aber selbst dies kann nur Gewinn für dich sein, nie-mals Verlust. Es ist immer vortheilhaft, wenn unsere SeelePlötzlich zur Aufmerksamkeit auf Dinge hingeleitet wird, an diesie im gegenwärtigen Augenblicke am wenigsten dachte. Vielleichtist es ein Gegenstand, der längst vergessen und versäumt war; —desto nützlicher wird uns die Erinnerung daran. Vielleicht, wounser Gemüth durch irgend ein Unglück am tiefsten betrübt ist,wird cs zur Betrachtung der Grüße und Majestät Gottes auf-gefordert; es wird eben darin den vollsten Trost finden. Vielleicht,wo wir bei angenehmen Vorfällen uns der unbefangensten Freudeüberlassen hatten, wird unsere Andacht zur Hinfälligkeit desIrdischen aufgerufen. Wo könnten wir besser lernen mit Mäßig-keit Freude zu genießen?
Nicht das Wort, was diese Betrachtungen dir sagen, meinChrist, sondern die Art und Weise, wie du es in den verschie-vensten Lagen deines Lebens liesest, und was du dabei denkest