stellunaen als solcher, die im vergangenen oder künftigenZustande anzutrcssen waren, bewußt ist.
Vom Gedächtniß.
Das Gedächtniß ist von der blos rcproductivcn Ein«bilduugskraft darinn unterschieden, daß es, die vormali-ge Vorstellung willkührlich zu rcprodmircn vermö-gend, das Gemüth also nicht ein bloßes Spiel von jenerist. Phantasie, d. i. schöpferische Einbildungskraft, mußsich nicht darein mischen, denn dadurch würde das Ge-dächtnis untreu. — Etwas bald ins Gedächtnißfassen, sich leicht worauf besinnen und es lange b e-halten, sind die formalen Vollkommenheiten des Ge-dächtnisses. Diese Eigenschaften sind aber selten bevsamrmen. Wenn jemand glaubt etwas im Gedächtniß zuhaben, aber es nicht zum Bewußtsein bringen kann, sosagt er, er könne es nicht entsinnen (nicht sich ent-sinnen; denn das bedeutet soviel, als sich sinnlcs ma-chen). Die Bemühung hicbcy ist, wenn man doch dar-auf bestrebt ist, sehr Kopfangreifcnd, und man thutam besten, daß man sich eine Weile durch andere Gedan-ken zerstreut und von Zeit zu Zeit nur flüchtig auf dasObjekt zurückblickt; denn ertappt man gemeiniglich einevon den associirtcn Vorstellungen, welche jene zurückrust.
Methodisch etwas ins Gedächtniß fassen (ms-morioe rnrmclare) heißt memvriren (nicht stuVi-ren, wie der gemeine Mann es von dem Prediger sagt,der seine künftig zu haltende Predigt blos auswendig
lernt).