zum Kinderspott, die wahre Ehre zum Getändel leerer Hoffartmachten ; in sich selbst neidisch, mißgünstig, die Auflösung undden Zerfall der großen Gesellschaft beförderten, bis die allge-meine Gefahr die unter sich Entzweiten wieder aussöhnte und ver-band ; der Druck fremden Uebermuthes das Gefühl der Freiheitwieder erregte; das ungeheure Elend, die Unsicherheit allesIrdischen und der Verlust der kostbarsten Erdengüter, dieGemüthcr der Nationen wieder zu dem erhob, was unzerftöbar,heilig, unverlierbar, wohlthätig, was ewig tröstend und er-muthigend ist? — Ja, Vater im Himmel, es erfreuen mich diemilden Töne des Friedens. Doch vergessen will ich auch nicht,daß die zermalmenden Donnerschläge des Krieges eine WohlthatDeiner gütigen Hand für das menschliche Geschlecht sind, DeinerHand, die immerdar segnet, sie gebe Lust oder Schmerzen.
Aber ich freue mich auch des Friedens, wie sich das Kindfreuet, wenn der Vater oder die Mutter wieder lächelt, die denbegangenen Fehler gestraft haben,«obwohl es weiß, daß auchdie erlittene Strafe nicht aus Haß, sondern aus Liebe stammte,kein wahres Ucbel, sondern eine Wohlthat war. Ich freue mich.Aber warum?
Ein Jeglicher hat wr>hl zu seiner Freude ganz besondereGründe, die von denen allen verschieden sind, welche Anderehaben. Der Eine freuet sich, weil nun überhaupt die drohendenSchrecken der Kriegszeit verschwunden sind, die seinem Eigen-thum, seinem Leben mehr oder minder Gefahr brachten. —>Freuet er sich auch mit Recht? Habe auch ich mich deswegen zufreuen? Wohl ist wahr, daß eine große Quelle menschlicherLeiden versiegt ist — allein kann ich nicht auch mitten im Schoosedes Friedens in Rücksicht meiner irdischen Glücksumstände diegrößte Gefahr zu erwarten haben? Die äußere Gestalt der Dingezwar ist anders, doch das Schicksal ist ewig dasselbe über meinemHaupt, im Frieden wie im Kriege. Es ist wohl thöricht, beieinem Hochgewilter in Angst und Schrecken zu leben, daß derStrahl des Blitzes uns treffen, oder unsere Wohnung in Ascheverwandeln könne, und sich dann zu freuen, wenn es vorüber-gegangen ist, weil weniger Gefahr sei. Es sterben Millionen