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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
468
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der giftige Hauch der Pest macht ganze Landschaften za Einöden;nicht weil er das Elend unter den mannigfaltigsten Gestaltenhervorbringt auch das Erdbeben kann es herbeifuhren: sondernweil er das Werk der Menschen selber ist zu ihrem Verderben.

Auch ich erkenne neben der Gräßlichkeit dieses Uchels kessenUnvermeidlichkeit. Wie oft zwischen zwei redlichen Men-schen, bei der Dunkelheit ihrer.Rechtsame, oder weil diese Recht-same sich feindselig einander entgegenstehen können, Widersprucherwächst, welchen zuweilen der Scharfsinn des billigsten Richtersnicht zu schachten weiß: eben so kann auf ähnliche Weise zwischen- verschiedenen Völkern ein Kampf werden, da jeder Theil seinRecht und seinen Wunsch mit den Waffen beschützt.

Alles Unvermeidliche auf Erden aber ehre ich als Fügungeneiner höher», weltordncndcn Macht, welcher nicht am bloßenWohlsein, am sinnlichen Genüsse, an Geld und Gut, an Reich-thum und Armuth, selbst nicht am Leben einzelner Menschenso viel gelegen ist, als an der geistigen Stärke und Ver-edlung des einzelnen Menschen, wie desgesamm-ten Volkes. Durch die Leitung der göttlichen Vorsehungwird auf solche Weise der Krieg selbst ein wohlthätiger Erzieherdes menschlichen Geschlechts.

Wahr ist es, dieser furchtbare Erzieher vernichtet manchherrliches Erbe, welches wir von den Vätern hatten. Aber auchder Sturm bricht Häuser, entwurzelt Eichen; auch der Hagelzerschlägt die Hoffnung goldener Aernten; das Erdbeben ver-schlingt blühende Inseln, volkreiche Srädre sin) diese Uebeldarum weniger Werkzeuge des großen Allwaltenden, der überden Sternen herrscht?

Der Krieg zerstört die alten gewohnten Ordnungen, inwelchen unsere Väter und wir selbst so lange glücklich gewesenwaren. Das Zusammenstürzen des theuern Vaterhauses istfreilich schmerzlich zu sehen. Aber nicht die ruhige Gewohnheit,sondern eine hohe Selbstständigkeit ist es, welche der Himmelvon uns fordert, eine Selbstständigkeit des Gemüthes, welcheunter dem Wechsel der Sch cksale unveränderlich gilt. Ohneinnere Überzeugung, ohne Tugend ist solche Selbstständigkcit