und Weisheit nicht ergründen kann. Du zweifelst, weil du nichtweißt, wie nach dem Tode des Leibes die Geister gleichsam ein-gekleidet werden. Wer dies erforschen, wer die Ordnungen dergöttlichen Schöpfungen ganz umfassen und erkennen will, mußselbst Gott sein. Du bist es nicht.
Die Schwäche deiner Einsicht hindert dich am besten Wissen:aber die Gewalt deiner Vernunft zwingt dich zum besten Glau-ben. Und die Gesetze deiner Vernunft sind der GottheitStimme! — Der Vernunft aber untreu werden, heißt zumThier hinab oder zum Wahnsinn sinken. Sei, was du hieniedcnsein kannst, sein sollst, ein vernünftiges Wesen, und du findestwieder die herrlichste Uebereinstimmung im Weltganzen.
Was auch der klügelnde Zweifler bei seiner beschränktenKenntniß der geistigen Natur sagen mag, er kann nichts be-weisen. Er kann höchstens nur behaupten: Es ist möglich,daß wir uns im Tode auf ewig von einander trennen! — Aberer kann auch nichts beweisen gegen das Wort der Hoffnung:Es ist möglich, daß wir uns jenseits wiederfinden!— Erstreitet mit bloßen Vermuthungen, die ihm Schwermuth ein-flößen oder Eitelkeit, um etwas Sonderbares zu behaupten; erstreitet mit bloßen Vermuthungen, denen er selbst feind ist, witerdie sich sein eigenes Gefühl empört; gegen Vermuthungen, diemehr als dies sind; gegen die Macht seines Glaubens; gegen denGlauben der Völker, der rohesten wie der weisesten.
Schon in der todten Natur werden wir gewahr, daß sich dieverwandten Kräfte einander nach unbekannten Gesetzen gegen-seitig anziehen. Und wenn der Staub willig zu dem verwandtenStaube fliegt, sich mit ihm zu vereinigen, warum sollten höhereWesen, selbstständige Geister von dieser Wohlthat ausgeschlossensein? Sind sie geringer, als der Staub der Blume, welcherihrem Kelch entfliegt, um eine andere ihm verwandte, untertausend andern Blumen verloren stehende, zu suchen und sic zubefruchten? — Zweifler, erkläre mir dies unbegreifliche Wunder,dann erkläre ich dir, wie selbstthätige) lebende Geister in denGefilden der Ewigkeit ihre Sehnsucht löschen und sich einanderwiederfinden.